24. September 2022 / Neues aus dem Sana Klinikum Hof

Leistungsangebot des Herzkatherlabors erweitert

Neues aus dem Sana Klinikum Hof

Hof. „Vorhofflimmern ist zwar zunächst nicht lebensbedrohlich – aber durchaus lebensbeschwerlich“, weiß Prof. Dr. Anil-Martin Sinha, Chefarzt der Kardiologie, Nephrologie, Pneumologie und internistischen Intensivmedizin am Sana Klinikum Hof. Patienten können nun von einer neuen Behandlungsmethode profitieren.  

Das Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmus-Störung und beeinträchtigt die Lebensqualität betroffener Patienten stark. Allein in Deutschland leiden rund 1,8 Millionen Menschen daran – Tendenz stark steigend. Weil betroffenen Patienten langfristig Herzinsuffizienz oder Schlaganfälle drohen, muss die Störung behandelt werden. Vorhofflimmern lässt sich zwar medikamentös behandeln – doch viele Betroffene nehmen ohnehin schon zahlreiche Medikamente ein. Eine weitere Behandlungsmöglichkeit ist die elektrische Kardioversion – das Zurückführen in den normalen Sinus-Rhythmus durch gezielte Stromschläge. „Das ist wirksam – aber nicht unbegrenzt möglich“, erklärt Professor Dr. Sinha.

Ziel der Experten ist es deshalb, das Vorhofflimmern effektiv und dauerhaft zu beseitigen. Hierfür steht im Sana Klinikum Hof ab sofort eine neue, schonende Methode zur Verfügung: die Kryoablation – eine Verödung durch Kälte. In den vergangenen Jahren habe man mit der Verödung durch Hitze bereits gute Erfolge erzielen können. Die Verödung durch Kälte jedoch minimiert die Risiken und ist für die Patienten angenehmer. „Ziel der Ablation ist die elektrische Isolation der Lungenvenen, die bei der Entstehung von Vorhofflimmern eine entscheidende Rolle spielen“, erklärt Dr. Karim Kabir, leitender Oberarzt der Kardiologie sowie Leiter der Elektrophysiologie und Rhythmologie. Dazu wird in einen Ballon-Katheter Lachgas abgegeben, das dem umliegenden Gewebe beim Verdampfen Wärme entzieht. Die Herzmuskelzellen werden durch die Kälte verödet und so unerwünschte elektrische Leitungen deaktiviert. Ziel ist es, die Leitfähigkeit zu unterbinden, ohne das Gewebe zu zerstören. „Diese Methode ist effektiv und sicher“, betont Dr. Kabir. Im Vergleich zur Verödung mittels Hitze sei die Gefahr von Nebenwirkungen geringer und der Eingriff gehe deutlich schneller. Die Kryoablation verursacht geringe oder gar keine Beschwerden und Schmerzen und kann deshalb meist ohne Vollnarkose durchgeführt werden. „Wir benötigen deshalb auch deutlich weniger Narkose- und Schmerzmittel“, ergänzt Stephan Preußner, Leiter Herzkatheterlabor. „Je kürzer die Narkose, desto besser für den Patienten.“ Einer groß angelegten Studie zufolge ergaben sich bei der Kryoablation bei einer niedrigen Zahl von schwerwirkenden Nebenwirkungen in der Folge weniger erneute Ablationen, weniger elektrische Kardioversionen und weniger Krankenhausaufenthalte bei den behandelten Patienten. Die Aufenthaltsdauer im Krankenhaus ist bei Kälte- und Hitzeablation gleich, da die Patienten nach dem Eingriff aus Sicherheitsgründen ein bis zwei Nächte lang überwacht werden.

Ein Jahr lang haben die Experten des Sana Klinikums Hof auf die Einführung der Kryoablation hingearbeitet, Teile des Labors umgerüstet und ein Genehmigungsverfahren durchlaufen - und  freuen sich, dass Patienten nun von der neuen Methode profitieren können. Die Kosten der Behandlung übernehmen, wie bei der Hitze-Ablation auch, die Krankenkassen. Auch eine Kombination der Hitze- und der Kälte-Methode und ihrer jeweiligen Vorteile sind, wie Professor Dr. Sinha erklärt, bei Bedarf möglich. „Immer mit dem Ziel, die Patienten dauerhaft zu kurieren und ihnen wieder mehr Lebensqualität zu ermöglichen.“ Für Fragen stehen er und sein Team gern zur Verfügung: Telefon: 09281 98-3505 E-Mail     skh-kardiologie@sana.de

Foto: Sana Klinikum Hof, BU. V.l.n.r. Stephan Preußner, Prof. Sinha, Dr. Kabir, Martina Petersen–Baumgärtner
Quelle: Sana Klinikum Hof

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