3. August 2022 / Landratsamt Hof informiert...

Aktuelle Situation der Geflüchteten aus der Ukraine in Hof

Über 1000 Ukrainerinnen und Ukrainer aktuell in Hof

Hof - Der Strom von Flüchtenden aus der Ukraine fordert bayernweit weiterhin die Behörden auf allen Ebenen. Vor allem gilt fehlender Wohnraum als größte Herausforderung. Wie alle Kommunen in ganz Deutschland muss auch die Stadt Hof die Aufnahme und Versorgung der Geflüchteten koordinieren. Hierbei sind mehrere Fachbereiche der Stadtverwaltung im Einsatz diese Ausnahmesituation bestmöglich aufzufangen. Laut Ausländeramt sind aktuell 1023 Ukrainerinnen und Ukrainer in Hof erfasst. Über ein Drittel davon sind Kinder und Jugendliche. Die Zahlen steigen – vorwiegend durch Zuzüge aus dem Landkreis – weiter. Die Stadt Hof übererfüllt damit die eigentliche Aufnahmequote um 98,3 % und ist damit an der Spitze in Bayern. Oberbürgermeisterin Eva Döhla: „Ich appelliere an alle Hoferinnen und Hofer, die eine Wohnung vermieten können. Insgesamt werden bis zu 30 Wohnungen benötigt. Melden Sie sich unter soziales@stadt-hof.de oder nutzen Sie die Integreat-App für das Smartphone.“

Der Wohnungsmarkt ist sehr angespannt 

Auf dem freien Markt gibt es kaum noch Wohnungen. Vermittlungen kommen meist über private Kontakte zustande. In der Jugendherberge in Hof leben aktuell noch 44 Personen, von vormals 115. Alle anderen in Hof gemeldeten Ukrainer*innen haben in Hof eine Unterkunft gefunden oder können weiterhin bei Verwandten oder Bekannten wohnen. In der Jugendherberge Hof wurden ukrainische Geflüchtete untergebracht, die der Stadt Hof aus dem ANKER-Zentrum Bamberg per Bus zugewiesen wurden. Von Beginn an waren und sind Mitarbeiter*innen der Stadt Hof, die Integrationslotsin und Ehrenamtliche regelmäßig in der Woche vor Ort und stehen den Geflüchteten für Fragen und Probleme zur Verfügung. Durch den engen Austausch mit der russischsprechenden Jugendherbergsleitung können Fragen und Probleme unkompliziert und schnell gelöst werden. Den untergebrachten Geflüchteten wurde zu keinem Zeitpunkt eine Zusage für eine Unterbringung auf unbestimmte Zeit gegeben. Es wurde von Anfang an kommuniziert, dass es sich um eine vorübergehende Unterbringungsmöglichkeit handelt. Bei den regelmäßigen Besuchen der Mitarbeiter*innen in der Jugendherberge wurden Kontakte und Informationen zum Thema Wohnungssuche weitergegeben, so auch Wohnungsinserate und Kontaktadressen der großen Vermietungsgesellschaften.

Dauerhafte Unterbringung in der Jugendherberge nicht möglich

Durch den Rechtskreiswechsel zum 01.06.22 ist eine dauerhafte Unterbringung in der Jugendherberge ausgeschlossen. Nach der Grundidee des SGB II (Grundsicherungsleistungen Jobcenter) und SGB XII (Grundsicherungsleistungen und Hilfe zum Lebensunterhalt Sozialamt) mietet sich die betreffende Person selbstständig Wohnraum an. Dann werden die Kosten der Unterkunft vom Jobcenter bzw. dem Sozialamt erstattet. Nach Anweisung des Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration sollen für die Kriegsflüchtenden individuelle Mietverträge gefunden werden. Mittelfristige Unterbringungsmöglichkeiten, wie Hotels, Pensionen und Jugendherbergen zum nächstmöglichen Zeitpunkt sind zu kündigen. Die Stadt Hof war seit Ankündigung des Rechtskreiswechsels mehrfach mit Mitarbeiter*innen vor Ort, um in Zusammenarbeit mit der Integrationslotsin sowie Sprachmittler*innen Informationen und Unterstützungsmöglichkeiten anzubieten und Wohnungsinserate weiterzuleiten. Die in der Jugendherberge verbliebenen Personen können zunächst im unbedingt erforderlichen Umfang in der Jugendherberge verbleiben. Eine Jugendherberge ist kein Zuhause, in dem man sich zurückziehen kann und über einen Überbrückungszeitraum hinaus langfristig wohnen kann.

Was die Stadt Hof konkret tut

Zwei hauptamtliche Mitarbeiterinnen kümmern sich in enger Zusammenarbeit mit der Integrationslotsin der Stadt Hof Frau Bärbel Uschold um die Koordination der Hilfen. Die Integrationslotsin hat die Aufgabe der Ehrenamtskoordination inne und stellt eine Schnittstelle zwischen Ehrenamt, Hauptamtlichen und Einrichtungen dar. Ehrenamtliche Mitarbeiter*innen sind seit Beginn der Krise eingebunden. Unter anderem koordiniert eine Mitarbeiterin aus dem Fachbereich Demografie und Migration einen ehrenamtlichen Übersetzerpool, der in den Ämtern (Asylstelle, Ausländeramt, Einwohnermeldeamt und aktuell auch noch Sozialhilfe) unterstützend tätig ist. Vermieter*innen können frühzeitig ihre Wohnungen und Zimmer telefonisch und per Mail an die Stadt Hof melden. Zusätzlich steht die Integreat-App als Gemeinschaftsprojekt von Stadt Hof, Landkreis Hof sowie der Diakonie Hochfranken den Geflüchteten mit Informationen (gleichfalls in Landessprache) und einer Wohnungsbörse zur Verfügung. Ebenso werden Informationen auf der Homepage der Stadt Hof zur Verfügung gestellt.

Vielfältige Willkommens- und Integrationsangebote

Die Volkshochschule Hofer Land betreut ca. 800 Ukrainer*innen, die sich für Sprach- und Integrationskurse angemeldet haben. Darüber hinaus gibt es weitere Sprach- und Willkommensangebote, zum Beispiel im Internationalen Mädchen- und Frauenzentrum der EJSA. Die Stadt Hof hat über das Projekt „Kita-Einstieg Stadt Hof“ schon zu Beginn der Ausnahmesituation unverzüglich reagiert und eine zusätzliche Fachkraftstelle geschaffen. Das Projekt betreut und unterstützt Kinder und deren Eltern bei der Integration, zum Beispiel mit einem gezielten Sprachangebot für ukrainische Vorschulkinder. Intern wurden in der Stadtverwaltung Hof weitere Mitarbeiter zur Unterstützung aus anderen Bereichen abgeordnet. Durch die enge Zusammenarbeit des Fachbereichs Demografie und Migration mit den Trägern und Einrichtungen, kann die Stadt Hof schnell und zielgerichtet auf die sich wandelnden Bedarfe der Geflüchteten eingehen. 

Seit dem 1. Juni sind die Jobcenter Anlaufstelle für Geflüchtete

Mit dem Rechtskreiswechsel zum 01.06.2022 wechseln diese Personen bis spätestens 31.08.2022 (Übergangsfrist) in die Regelleistungssysteme der Grundsicherungsleistungen (SGB II oder SGB XII) bzw. Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem SGB XII. Etwa 100 Personen, Tendenz steigend, werden weiterhin Sozialleistungen nach dem SGB XII durch die Stadt Hof erhalten, da sie bereits in der Ukraine Rentner*innen sind, das deutsche Rentenalter bereits erreicht haben oder als unter 15-jährige nicht in Begleitung der Eltern, sondern zum Beispiel in Begleitung der Großeltern oder Tante hier sind. Auszahlungen von Asylbewerberleistungen finden noch in Einzelfällen statt. Die Hauptarbeit bei der Verwaltung liegt in Absprachen mit den neu zuständigen Leistungsträgern und Klärung verwaltungsinterner Erstattungsansprüche.

Kontakte, um Wohnraum zur Verfügung zu stellen 

Insgesamt werden ca. 30 Wohnungen benötigt. Die Zimmeraufteilung ist zunächst beliebig. Es werden Einzimmerwohnungen bis hin zu Sechszimmerwohnungen gebraucht. Falls Hoferinnen und Hofer Wohnraum anbieten möchten, können diese sich an folgende Kontaktpersonen beziehungsweise Stellen wenden: 

Michael Meier, Stadt Hof, 09281 815 1249, soziales@stadt-hof.de 

Wohnraumbörse der Integreat App Hofer Land, dort können Wohnungen eingestellt werden, auf die die Geflüchteten direkt Zugang haben: https://hoferland.wohnraum.tuerantuer.org/

Quelle: Landratsamt Hof

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