20. März 2021 / Polizeimeldungen

Polizeiliche Kriminalstatistik der Polizeiinspektion Naila 2020

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Naila. „In Naila und Umgebung lässt es sich nicht nur sehr gut, sondern auch sicher leben“, betont Dienststellenleiter Klaus Bernhardt bei der Vorstellung der Kriminalstatistik für den Zuständigkeitsbereich der PI Naila. „Rückläufige Straftaten, hohe Aufklärungsquoten und niedrige Kriminalitätsbelastungszahlen sind ein Indiz hierfür, ergänzt stellvertretender Dienststellenleiter Wolfgang Manig“.

1 Kriminalitätsentwicklung
Im Zuständigkeitsbereich der PI Naila wurden im vergangenen Jahr 1631 Straftaten registriert. Damit ist in 2020 ein Rückgang der Straftaten um 6,5% verzeichnen. Dies bedeutet, dass 113 Straftaten weniger aufzunehmen waren. Im Zehnjahresrückblick bedeutet dies das zweitniedrigste Fallaufkommen.
Die Aufklärungsquote (AQ) bei den Straftaten stieg um 2,7 Prozentpunkte auf 82,2 Prozent. Damit liegt die PI Naila deutlich über den landesweiten Durchschnitt von 68,1 Prozent und dem oberfränkischen Durchschnitt von 74,7 Prozent.
Die Häufigkeitszahl (HZ) beschreibt als Sicherheitsfaktor das Verhältnis der bekannt gewordenen Straftaten pro hunderttausend Einwohner. im Zuständigkeitsbereich der PI Naila beträgt die HZ 6230, in Oberfranken 4769 und bayernweit 4528. Diese erhöhte HZ der PI Naila wird vor allem durch die Gemeinde Berg mit einer HZ von 31.711 beeinflusst. Im Gemeindegebiet befinden sich die Rastanlagen Berg und Rudolphstein an der Autobahn A9, die auch als Kontrollörtlichkeiten von „Schleierfahndern“ gern genutzt werden. Bei den Aufgriffen handelt es überwiegend um Straftaten aus den Bereichen des Betäubungsmittel-, Waffen- und Aufenthaltsgesetzes. Diese werden von durchreisenden Tätern begangen und belasten die HZ erheblich.
Als bereinigtes Ergebnis, ohne die Gemeinde Berg, ergibt sich für die acht verbleibenden Kommunen eine HZ  von 3050. Die Kriminalitätsbelastung liegt damit deutlich unter den oberfränkischen (HZ 4769)  und bayerischen (HZ 4528) Werten.
Die niedrigste HZ mit 1549 errechnet sich in Geroldsgrün. Den zweiten Platz hinter der Gemeinde Berg nimmt die Stadt Naila mit einer HZ von 5009 ein.
Zu den 1341 aufgeklärten Fällen ermittelt die Polizeiinspektion Naila 1089 Tatverdächtige. Es handelte sich um 885 männliche und 204 weibliche Straftäter.

2 Straftatenbelastung der einzelnen Kommunen
Wie bereits die HZ bestätigt, ist Berg mit 671 (792 im Vorjahr) Fällen die höchst belastetste Gemeinde im Zuständigkeitsbereich der PI Naila. In der Stadt Naila wurden 383 (443) Fälle aufgenommen, gefolgt von Selbitz mit 179 (158), Schwarzenbach/Wald 158 (124), Bad Steben 112 (121), Geroldsgrün 42 (43),  Lichtenberg 25 (18) und Issigau mit 22 (10).

3 Entwicklung in einzelnen Deliktsbereichen
Rückgänge lassen sich bei den Diebstahlsdelikten mit 169 Fällen und damit 48 Fälle weniger zum Vorjahr verzeichnen. Insgesamt kristallisiert sich dieser Wert im 10-Jahresrückblich als Niedrigster heraus. Es handelte sich um 47 schwere Diebstähle, sogenannte Einbruchdiebstähle und 122 einfache Diebstähle, darunter auch Ladendiebstähle. Trotz Steigerung zum Vorjahr um 5,1% liegt die Aufklärungsquote bei den Diebstählen nur bei 42%. Als markanteste Straftaten waren hier die drei Geldautomatensprengungen in den Gemeinden Selbitz, Issigau und Berg aufgefallen.
Eine leichte Abnahme lässt sich auch bei den Rohheitsdelikten um 4 Fälle und damit insgesamt 204 Fälle feststellen.  Hierunter werden die Straftatbestände der Körperverletzung, Nötigung, Bedrohung und Freiheitsberaubung subsumiert. Der Großteil, 117 Fälle,  war bei den Körperverletzungen ausgewiesen. In der Regel handelt es sich um Beziehungsdelikte, weshalb die Beteiligten bekannt sind und damit eine hohe Aufklärungsquote mit 97,5% damit verbunden ist.
84 Fälle weniger hatten die Gesetzeshüter bei den strafrechtlichen Nebengesetzen zu bearbeiten. Hier waren insgesamt 549 Fälle zu verzeichnen. Rauschgiftdelikte und Verstößen nach dem Aufenthaltsgesetz waren hier stark rückläufig. Da es sich hier überwiegend um Kontrolldelikte handelt, dürfte ein Bezug mit der Coronapandemie und der damit verbundenen Ausgangssperre für den Rückgang anzunehmen sein. Da die Straftäter bei den Kontrollen bekannt werden gelingt auch hier durchwegs eine hohe Aufklärungsquote, die im vergangenen Jahr mit 98,2% in die Statistik einging.
Eine Zunahme um 18 Fälle ergibt sich bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten. Diese werden in der Statistik mit 344 (326) Fällen ausgewiesen. Bei 82,2% (79,1%) der erwähnten Fälle gelang  die Aufklärung. Auch in 2020 waren wieder zahlreiche Enkeltrickfälle, falsche Polizeibeamte oder das Vortäuschen von Notfällen in den betrügerischer Absicht bei der Polizei angezeigt worden. Trotz zahlreicher polizeilicher Warnhinweise gelingt es den Tätern immer wieder das Vertrauen gerade älterer Personen zu gewinnen, die dann einen hohen Bargeldbetrag an die unbekannten Täter aushändigen. Glücklicherweise ist der Großteil der Bevölkerung mittlerweile sensibilisiert, so dass ein Großteil der Fälle im Versuch steckenbleibt.
Fünf Vorgänge mehr, insgesamt 22 (17) waren bei den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung aufgefallen. Auch hier liegt mit 90,9% eine hohe Aufklärung vor, weil sich die Täter und Opfer in der Regel kennen. Darunter fallen beispielsweise die Straftatbestände der Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, sexueller Missbrauch von Kinder und unter anderem auch das Verbreiten von pornographischen Schriften. Letzteres taucht häufig schon bei Kindern und Jugendlichen auf, die mit ihren Handys pornographische inkriminierte Fotos weiterleiten und sich nicht bewusst sind, sich strafbar zu machen. Aktuell läuft hierzu eine Präventionskampagne der Polizei unter dem Motto „Dein Smartphone  - Deine Entscheidung“. Schüler, Eltern und Lehrer sollen für einen verantwortungsvollen Umgang in den sozialen Medien damit sensibilisiert werden.
Mit 132 Fällen bei der Straßenkriminalität weist die Statistik die niedrigste Fallzahl in zehn Jahren aus. Hierunter fallen gefährliche oder schwere Körperverletzungen sowie Sachbeschädigung auf öffentlich Straßen und Plätzen, Diebstahl aus oder an Kraftfahrzeugen und sonstige Straßendiebstähle. Vor allem die öffentlichen Sachbeschädigen fallen hier schon mit 44 Fällen und somit 1/3 Anteil auf. Häufig lassen sich derartige Straftaten im Umfeld von Veranstaltungen feststellen. Der Rückgang könnte hier eventuell auch in Zusammenhang mit den zahlreichen abgesagten Veranstaltungen anlässlich der Coronapandemie stehen.

4 Fazit
Ein Drittel der Straftaten im Dienstbereich der PI Naila verübten durchreisende Straftäter an den Rastanlagen und Autohöfen. Der Schwerpunkt liegt bei den Betäubungsmitteldelikten (340 Fällen) und Verstößen nach dem Aufenthaltsgesetz. Besonders erfreulich sind die rückläufigen Fallzahlen um 6,5% und die nochmals gesteigerte Aufklärungsquote auf 82,2%. Verstärktes Augenmerk für 2021 wird die PI Naila auf die Eindämmung der Drogenkriminalität setzen, um das Risiko des Drogenkontakts für unsere heranwachsenden Bürger zu minimieren.

Quelle: PI Naila

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