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Das „Betreuungstablet“ – Medieneinsatz in der Altenhilfe

Hof / Helmbrechts - Über Tablets in der Schule und im Kindergarten wird heiß diskutiert. Braucht es diese Medien für eine gute Entwicklung und Bildung wirklich? In Altenpflege-Einrichtungen können spezielle Tablets für Seniorinnen und Senioren gute Dienste leisten. Und zwar keineswegs nur als Zeitvertreib für Einzelne, sondern im Sinn von einem abwechslungsreichen Erlebnis für kleine Gruppen. Die Diakonie Hochfranken hat die „Betreuungstablets“ in mehreren Pflegeheimen ausprobiert und kam mit den Bewohnern zum Ergebnis: Sie bieten viele Möglichkeiten, miteinander Neues zu entdecken und Vertrautes zu pflegen. Inzwischen werden sie in allen neun Pflegeheimen der Diakonie Hochfranken in Stadt und Landkreis Hof eingesetzt.

Bunte Frühlingsblüten im Großformat, vor dem Bildschirm hat sich eine Gruppe von acht Seniorinnen und Senioren versammelt. Die Blumenpracht weckt Erinnerungen. Man denkt nach, kommt ins Gespräch, erinnert sich an die Gartenarbeit. Hier im Haus am Kirchberg in Helmbrechts lädt die Betreuungsassistentin Mechthild Schöning meist zwei Mal pro Woche zu solchen digitalen Angeboten ein. Die speziellen Tablets bieten eine Menge Stoff: ausgewählte Bild- und Textsammlungen, Rätsel, Musik und Kreatives, Übungen, Humorvolles, Bilderserien und kurze Filme. „Tierfilme sind sehr beliebt“, hat Mechthild Schöning festgestellt. Alles ist optisch sehr ansprechend, leicht bedienbar und vor allem kompakt. Es erspart viele Ordner und Kisten mit Material oder Anleitungen. Somit wird es leichter, abwechslungsreiche Ideen in die soziale Betreuung einfließen zu lassen.

Eine Etage weiter oben, auf dem Marktplatz im Haus am Kirchberg, dient das Betreuungstablet als „Lockmittel“, um Neugierige in die Gruppe zu bringen. Dort bekommen anfangs skeptische Heimbewohner mit, wie unterhaltsam und anregend das Angebot ist und gesellen sich spontan zu der Runde. Meist ist man etwa eine halbe Stunde beisammen, „wenn es gut läuft, wird auch mal eine Stunde daraus“, erklärt die Betreuungsassistentin Mechthild Schöning. In jeder Pflegeeinrichtung der Diakonie Hochfranken in Stadt und Landkreis Hof gibt es diese zusätzlichen Kräfte, die die Bewohner durch den Alltag begleiten. Sie haben eine Einführung für die Tablets erhalten und sich mit diesem besonderen Angebot vertraut gemacht. Eine kurzweilige Sache ist das, doch sie hat auch therapeutischen Wert. Denn letzten Endes läuft es stark auf Biografiearbeit hinaus – sich dessen bewusst werden, was man selbst erlebt hat, was das bedeutet und es mit anderen teilen.

„Die Digitalisierung ist bei der Diakonie Hochfranken Altenhilfe inzwischen fester Bestandteil des Pflegealltags geworden, vorwiegend im Bereich Dokumentation und Qualitätsmanagement.

Mit den "Wischbrettla" - wie es liebevoll von unseren Bewohnern genannt wird, bieten wir eine innovative und individuelle Form der Beschäftigung und Betreuung an“, erklärt die Bereichsleiterin Dunja Schmidt.

Die Mitarbeitenden haben  jetzt die Möglichkeit, ohne große Vorarbeit und Materialsammlung, ein abwechslungsreiches Programm anbieten zu können. „Auch auf Bewohnerwünsche kann flexibel und spontan reagiert werden“, hat die Bereichsleiterin beobachtet.

Bildtext:

-        Dunja Schmidt, Bereichsleiterin Altenhilfe bei der Diakonie Hochfranken
-        Die Bilder und Programme auf dem Tablet wecken Erinnerungen und regen zum Gespräch an.

Quelle: Diakonie Hochfranken

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