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17. ADAC-Classic-Treffen in Bad Steben

17. ADAC-Classic-Treffen in Bad Steben

Bad Steben - Am Sonntag glänzten die Oldtimer beim 17. ADAC-Classic-Treffen mit der Sonne unter den strahlend blauen Himmel sozusagen um die Wette. In der weitläufigen Parkanlage der Bad Stebener Spielbank standen die chromblitzenden, motorisierten Schmuckstücke, die Interessierten und Fans wie auch Besitzern gleichermaßen ein passendes Ambiente bot, ganz einfach passend  zum Design der edlen, top gepflegten Karossen der vergangenen Jahrzehnte, die in Reih und Glied unter den schattigen Bäumen aufgereiht hatten. Die Besucher konnten die Meisterwerke und Raritäten in- und ausländischer Automobilbaukunst früherer Jahre ausführlich begutachten und Gespräche mit den stolzen Besitzern führen. Informationen gab es auch von Sportleiter Richard Heller vom Nailaer ADAC-Ortsclub, der immer wieder Besitzer mit ihren Fahrzeugen auf den Casinoplatz direkt vor der Spielbank bat und dort im netten wie informativen Plausch, den Besitzern zahlreiche Informationen „entlockte“. Die historischen Fahrzeugen und Oldtimern auf zwei, drei und vier Rädern waren zur 17. Auflage des Classic-Spielbank-Treffens, das die ADAC-Clubs Naila-Frankenwald und Hof wieder gemeinsam organisiert hatten, gekommen. Seit Bestehen der Spielbank in Bad Steben gibt es die als  „Bad Steben Classic“ mit einer Ausfahrt und Sonderprüfungen geborene Veranstaltung. Doch seit einigen Jahre ist es ein reines Parkplatztreffen ohne den Aufwand, den eine Ausfahrt zwangsläufig mit sich bringt. „Es soll ein lockerer Nachmittag für Benzingespräche sein“, erklärt Sportleiter vom ADAC Ortsclub Naila-Frankenwald Richard Heller, der auch weiß, dass die Besucher es ohnehin mehr schätzen, wenn die Fahrzeuge nicht irgendwo in der Gegend herumkutschieren, sondern an einem festen Treffpunkt zu bewundern sind. „Ein stetiges Kommen und Gehen, das passt, so dass eine Vielfalt an Fahrzeugen geboten ist.“ Es fanden sich geschätzte 200 Oldtimer ein, unter denen sich einige wahre Prachtstücke und auch echte Exoten befanden. Die Jury mit dem Ortsclubvorsitzenden Karl-Heinz Bauer, den stellvertretenden Vorsitzenden aus Naila Udo Schletter, den technischen Leiter der Spielbank Walter Matulla und Anita Schumacher für die weibliche Einschätzung wählte das schönste Auto wie auch das schönste Motorrad und ein außergewöhnliches Fahrzeug neben den laut Anmeldung vorgegebenen jeweils ältesten Krad und Auto sowie die weiteste Anreise. Die Bewertung war nicht ganz einfach, denn die Auswahl war groß und der Geschmack ist ja bekanntlich verschieden. Übrigens gab es heuer eine Premiere, denn nur Fahrzeuge mit einem Mindestalter von 30 Jahren durften am Treffen teilnehmen, was die Fachleute bei der Einfahrt zum einen am so genannten „H-Kennzeichen“ feststellten oder beim Blick in die Fahrzeugpapiere. Die meisten stolzen Besitzer „dekorierten“ ihre Fahrzeuge mit einem „Steckbrief“, der die wichtigsten Daten enthielt oder standen parat, um Fragen zu beantworten. Immer wieder bildeten sich Trauben, um Fahrzeuge, um zu fachsimpeln oder einfach nur um Informationen zu dem Oldtimer einzuholen. Udo Kirrbach aus Berg war mit seiner Horex Regina, Baujahr 1954 gekommen, die er 2016 erworben und einen Beiwagen Steib S350 angebaut hatte. „Seit heuer bin ich mit dem Gespann unterwegs, dass doch die Blicke auf sich zieht.“ Seit drei Jahren gehört Stefan Krauß aus Kemnath der exakte Nachbau des  ersten Automobils mit Verbrennungsmotor von Karl und Berta Benz, dass die Blicke immer wieder auf sich zog. Der 40jährige hat seit Kindesbeinen an eine Liebe zu Automobilen. „Irgendwie ist die ganze Familie Mercedes-narrisch", erzählt Krauß und auch, dass schon seine Opas ein Faible für die Fahrzeuge aus Stuttgart hatten. Zentrales Teil ist ein wassergekühlter Einzylinder-Viertaktmotor mit einem Hubraum von 0,954 Litern mit großem Schwungrad, liegend im Heck eingebaut. Die Leistung liegt bei 0,75 PS bei 400 Umdrehungen pro Minute. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 16 Kilometer pro Stunde. „Sieben Stunden habe ich poliert und bin mit dem Hänger angereist“, erzählt der begeisterte Oldtimerfan, der es versteht, andere für sein Faible zu begeistern. Das erste Mal mit von der Partie ist Oliver Gallasch aus Selb, der sein Chevrolet Corvette C3, Baujahr 1977, mit 5,7 Liter Schmalblock und zirka 170 PS  als Wertanlange kaufte. „Ich bin gerade erst aus dem Urlaub zurück, da blieb zum Polieren keine Zeit“, erzählt er schmunzelnd und genießt das emsige Treiben rundum.

Prämierung: ältestes Auto: Buick, Baujahr 1911, 27 Touring Messing, vier Zylinder, 30 PS, Dreigangschaltgetriebe, Holzspeichenräder, fährt zirka 70 Stundenkilometer, seit drei Jahren im Besitz von Benno Lange aus Plauen, der es über einen Händler gekauft hat. Das Fahrzeug stand zuvor in den USA in einem Museum; ältestes Motorrad: NSU, Typ 501 L (S), Baujahr 1928, ein Scheunenfund in der Nähe von Weimar, 2009 gekauft in Einzelteilen, seltene Ausführung mit Tacho im Tank, Besitzer Thomas Möller aus Thiemitz bei Schwarzenbach am Wald; „schönste“ Motorrad: Horex Regina 350 mit Felber Seitenwagen, 17 PS, Baujahr 1952, erworben 2012, restauriert, Besonderheit der Rahmen über den Seitenwagen dient als Ersatztank für sieben Liter Kraftstoff, Besitzer Robert Raithel; „schönste“ Auto: Jaguar XK 140 FHC, Baujahr 1956, im Besitz seit 1990, „gekauft in Tüten und Schachteln“ und dann zusammengebaut, Besitzer Karlheinz Erhardt aus Weißenbrunn, der mit Gattin Monika am Treffen teilnahm;  außergewöhnliches Fahrzeug: Lancia Aprilia Zagato, Baujahr 1938, vier Zylinder, 60 PS, erworben 2010, Besitzer Harald Dietz aus Hof. Das Fahrzeug war jahrzehntelang als Rennauto im Einsatz und ist eine Einzelanfertigung, extra gebaut für den Formel-1-Rennfahrer Luigi Villoresi. Der Besitzer spricht von einem „handgedengelter“ Karosserie und erzählt, dass er noch heute mit dem Fahrzeug bei Rennen startet wie dem Rossfeld-Rennen. Weiteste Anreise: Ralf Hertel aus Weimar mit einem DKW Ifa Kombi, Baujahr 1955.

Postauto – von der Oberpostdirektion 4 Düsseldorf, Fernmeldeamt, Baujahr 1971, VW Typ 11, VW Käfer 1200, Ausmusterung bei der DBP 1983, Besitzer Steffen Hamele aus Döhlau, der das Fahrzeug aus seinem Dornröschenschlaf erweckte mit Totalrestauration, wieder Originalbeladung der Bundespost

Rennsportwagen Melkus RS1000, Baujahr 1976, Höchstgeschwindigkeit 210 Stundenkilometer.

Ein Blick in den Motor des Buick von Benno Lange aus Plauen, Baujahr 1911, war gestattet und zog magisch an.

Quelle: Lokalredaktion

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