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Das Spielzeitheft der Theatersaison 2019/2020 ist da

Hof - Außen ist es Weiß, aber innen bunt wie ein Zirkuszelt. Ganz nach dem Motto der Spielzeit 2019/2020 „Vagabunden, Reisende und Heimatlose“ ist auch das Spielzeitheft gestaltet, das ab sofort im Theater Hof erhältlich ist. Das wandernde Volk aus Zirkusakrobaten, Zauberern und Zirkusprinzessinnen lädt ein zum Besuch von Schauspiel, Musiktheater, Ballett und Kindertheater und sorgt schon jetzt für Vorfreude. Los geht es am 20. September mit der Eröffnungsproduktion „Orpheus und Eurydike“ im Großen Haus. Gluck schrieb für seine 1762 in Wien uraufgeführte Oper ungemein berührende und betörende Musik, die gleichzeitig immer wieder Anlass für szenisches Spektakel ist. Das Publikum darf sich nicht nur auf Solisten und Chor des Theaters sowie die Hofer Symphoniker freuen, sondern auch auf die Ballett-Compagnie, die unter anderem die berühmten Tänze der Furien und der seligen Geister interpretieren wird.

Was ist Schuld? Was ist Recht? Was ist Menschlichkeit und Mitleid? Die Oper „In der Strafkolonie“ von Philip Glass nach der gleichnamigen Erzählung von Franz Kafka entführt die Zuschauer in eine zum Nachdenken anregende Welt.

Die britische Komikertruppe Monty Python hat Kultstatus – und ihr Mitglied Eric Idle macht aus dem Film „Die Ritter der Kokosnuss“ ein spektakuläres  Musical. Monthy Pythons Spamalot feiert am 25. Oktober Premiere im Großen Haus. Franz Xaver Kroetz, einer der wichtigsten deutschen Schriftsteller, schrieb die Vorlage zu Gerd Kührs 1988 in München uraufgeführter Oper „Stallerhof“. Kein leichter oder bequemer Stoff, aber fesselndes und forderndes Musiktheater, in dem Kroetz und Kühr intelligent Tabus brechen, das am Theater Hof in einer besonderen Bühnensituation zu erleben sein wird: Die Zuschauer sitzen mit den Sängern auf der Bühne.

Sie war die Ehefrau und inspirierende Muse einer der wichtigsten Persönlichkeiten im amerikanischen Showbusiness: Linda Porter. „Alles Liebe, Linda“ erzählt die berührende Geschichte dieser ungewöhnlichen Beziehung zu Cole Porter aus der Perspektive von  Linda Porters. Bekannte und weniger berühmte Songs des ungekrönten Königs des Broadways sind geschickt in den Monolog eingewoben. In Hof kommt erstmals die Fassung für ein Jazz-Trio in Deutschland zur Aufführung.

Ein neues Kapitel für den Tanz schlägt das Rockballett „Dracula“ auf, das im Januar zu sehen ist. Diese Produktion verbindet die Eleganz des neoklassischen und zeitgenössischen Balletts mit der Power der Rockmusik, dazu kommen wunderschöne Kostüme und ein imposantes Bühnenbild. Zum dreißigsten Jahrestag des Mauerfalls präsentiert das Theater Hof die Komödie „Besucher“ von Botho Strauß. Gleichzeitig darf das Publikum dem ganz normalen Wahnsinn von Theaterproben zusehen und einen seltenen, sehr vergnüglichen Einblick in die Welt von Theaterleuten riskieren.

Aischylos Tragödie „Die Perser“ darf in einer Spielzeit mit „Vagabunden, Reisende und Heimatlose“ nicht fehlen. Uraufgeführt 472 vor Christus gilt „Die Perser“ als das älteste erhaltene Theaterstück der Welt. Unabhängig von Zeit und Ort beschreibt Aischylos in einer faszinierenden Analyse die Angst vor und die Anziehung durch das Fremde. Dabei spielen Begriffe wie Versöhnung und Verantwortung zentrale Rolle.

Zu einer Uraufführung lädt das Theater Hof im November ein. Auf dem Spielplan steht das Stück „Nach Mitternacht“, das auf einen Roman von Irmgard Keun beruht. In der Weimarer Republik ist Irmgard Keun ein literarischer Shootingstar. Sie schreibt gesellschaftskritisch, witzig, und ihre Heldinnen sind Frauen. Im Nationalsozialismus werden ihre Bücher verboten, sie geht ins Exil. In „Nach Mitternacht“ gelingt es ihr, in einzelnen Szenen eine ganze Welt einzufangen.

Auch in der neuen Spielzeit setzt das Theater Hof seine Auseinandersetzung mit William Shakespeare fort. Das um 1603 uraufgeführte Stück „Othello“  zählt zu seinen berühmtesten Werken. In der Titelfigur spiegelt sich das Schicksal jedes gesellschaftlichen Außenseiters, der es zu Ansehen, Geld oder einem aufregenden Lebenspartner bringt - und wie zeitlos und erbarmungslos das Räderwerk einer Intrige funktionieren kann.

Juden als Täter, Araber als Opfer - mit dieser provokanten Anordnung hinterfragt der syrische Dramatiker Saadallah Wannus in seinem Stück „Die Vergewaltigung“  die gewohnten Sichtweisen und das Verhältnis zu staatlich angeordneter Gewalt. 1990 uraufgeführt bleibt das Stück angesichts der ungelösten politischen Lage im Nahen Osten ungeheuer aktuell und wird auch in Hof für Diskussionen sorgen. Die israelischen Regisseurin Sapir Heller wird dieses Stück inszenieren.

Vorverkauf für die Spielzeit 2019/20 ab 3. September 2019

Quelle: Theater Hof

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