17. März 2024 / Polizeimeldungen

Verkehrsunfallstatistik 2023

für die Stadt und den Landkreis Hof sowie die Hochfränkischen Autobahnen

HOF. Während die Unfallzahlen im Landkreis Hof erfreulicherweise eine rückläufige Entwicklung nehmen, entsprechen die Zahlen im Stadtgebiet mit einem leichten Anstieg dem bayernweiten Trend. Auf den Autobahnen sanken die Unfallzahlen auf den zweitniedrigsten Wert der letzten zehn Jahre. Dies spiegelt sich auch in den Unfällen mit Verletzten und bei denen mit Unfallflucht wider. Im Jahr 2023 ereignete sich ein Verkehrsunfall, bei dem ein Mann im Landkreis Hof sein Leben verlor. Eine deutliche Kurve nach unten verzeichnet die Polizei bei Alkohol- und Drogenunfällen.

Stadtgebiet Hof

Das Unfallaufkommen in der kreisfreien Stadt Hof stieg im Jahr 2023 nur marginal im Vergleich zu den Zahlen aus dem Jahr 2022 an. Insgesamt registrierte die Polizeiinspektion Hof 1748 Verkehrsunfälle, was einer leichten Zunahme von knapp 2 Prozent zum Vorjahr entspricht (1714).

Insgesamt verletzten sich im vergangenen Jahr 234 Verkehrsteilnehmer im Stadtgebiet und somit etwa 7 Prozent mehr als im Vorjahr. Konträr hierzu sank aber die Zahl der Schwerverletzten von 35 auf 32 Personen.

Info: Bei der Verkehrsunfallstatistik gilt eine Person als „schwerverletzt“, wenn sie zur stationären Behandlung, d.h. mindestens 24 h, im Krankenhaus aufgenommen werden muss.

Landkreis Hof

Im Landkreis Hof ereigneten sich im Jahr 2023 insgesamt 2716 Verkehrsunfälle und damit 3,69 Prozent weniger als im Vorjahr. Erfreulich zeigte sich dort die Entwicklung in nahezu allen Bereichen. Die Unfälle mit Verletzten reduzierten sich im Landkreis Hof um 6,45 Prozent. Bedauerlicherweise verunfallte eine Person tödlich und der Anteil der schwer verletzten Personen stieg um knapp 24 Prozent an.

Hochfränkische Autobahnen

Die Verkehrspolizei Hof musste im vergangenen Jahr 779 Unfälle auf den 110 Kilometern in ihrem Zuständigkeitsbereich der Hochfränkischen Autobahnen aufnehmen. Dies entspricht einer Zahl von 155 Unfällen weniger als 2022 (934) und bedeutet eine Senkung der Gesamtunfallzahlen um knapp 17 Prozent.

Bei 82 Unfällen mit Personenschaden verletzten sich 111 Personen, 17 davon schwer.

Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen erheblichen Rückgang bei den Schwerverletzten um 60 Prozent (2022: 42). Die Zahl der Leichtverletzten nahm von 140 auf 94, somit um ein Drittel ab.

Im Jahr 2023 ereignete sich kein tödlicher Verkehrsunfall auf den Hochfränkischen Autobahnen.


Thomas Meisel, Leiter der Verkehrspolizeiinspektion Hof:
„Auf den hochfränkischen Autobahnen ist für das Jahr 2023 in nahezu allen Bereichen eine deutliche Reduzierung der Unfallzahlen festzustellen, wobei hier das Fehlen von lange andauernden Autobahnbaustellen auch zu dem positiven Ergebnis beitrug.“

Alkoholunfälle

Unfälle unter Alkoholeinfluss gehen in allen Bereichen deutlich zurück. In der Stadt Hof sanken diese Unfälle von 17 auf 13, im Landkreis Hof von 36 auf 29 und auf den Autobahnen kam es mit 6 Alkoholunfällen zu nicht einmal halb so vielen Fällen wie im Jahr 2022 (14).

Verkehrsunfälle mit Fahrerflucht

Ein ungleiches Bild zeichnet sich bei den Unfällen ab, bei denen sich der Verursacher entfernte, ohne sich um den entstandenen Schaden zu kümmern. Während im Landkreis und auf den Autobahnen ein Rückgang festzustellen ist, erfahren diese Unfälle im Stadtgebiet einen leichten Anstieg. Die Aufklärungsquote bewegt sich zwischen 37 Prozent im Landkreis, 38 Prozent auf der Autobahn und 43 Prozent im Stadtgebiet. Dabei spielen aufmerksame Zeugen nach wie vor eine wichtige Rolle und Überwachungskameras tragen immer häufiger zur Aufklärung bei.

Geschwindigkeitsunfälle

In diese Kategorie fallen Unfälle, die durch Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit oder nicht angepasste Geschwindigkeit, zum Beispiel bei Regen oder Schnee entstehen. Die Anzahl solcher Unfälle steht somit immer in enger Abhängigkeit mit dem Wettergeschehen. In Stadt und Landkreis Hof stiegen die Geschwindigkeitsunfälle auf 91, beziehungsweise 164 an. Auf den Autobahnen sanken die Zahlen leicht auf 148. In allen Bereichen zählt nicht angepasste Geschwindigkeit zu der Unfallursache Nummer 1.

Wildunfälle

Erstmals seit einigen Jahren ist im Landkreis Hof ein deutlicher Rückgang der Wildunfälle zu verzeichnen. Die zuständigen Polizeiinspektionen registrierten rund 13,4 Prozent weniger Verkehrsunfälle, an denen Wildtiere beteiligt waren. Allerdings sind noch immer über 35 Prozent aller Unfälle im Landkreis Hof Wildunfälle. Im Stadtgebiet und auf den Autobahnen spielen Wildunfälle nur eine untergeordnete Rolle.

Risikogruppen

Schulwegunfälle

Glücklicherweise ist hier nahezu eine Halbierung der Unfallzahlen festzustellen. So sanken im Landkreis Hof die Zahlen von 8 auf 4 und in der Stadt Hof von 9 auf 5 Unfälle. Besonders erwähnenswert ist ein Unfall mit einem Schulbus, bei dem alleine fünf leicht- und drei schwerverletzte Kinder zu beklagen waren.

Fahrradfahrer

Obwohl der Radverkehr ständig Zuwächse verzeichnet, sind die Zahlen der Unfälle unter Beteiligung von Radfahrern im Jahr 2023 in Hof rückläufig. So erfuhren die Fahrradunfälle im Stadtgebiet einen deutlichen Rückgang von 59 auf 40. Währenddessen war im Landkreis mit zwei Unfällen weniger nur eine leichte Entlastung wahrzunehmen.


Michael Müller, Sachbearbeiter für Verkehr für den Landkreis Hof:
„Die leichte Entspannung bei der Anzahl an Radfahrunfällen bietet keinen Grund zur Entwarnung.  Bei den 57 Verkehrsunfällen mit Radfahrern im Landkreis blieb nur ein einziger Radfahrer unverletzt. Bei 75 Prozent der Verkehrsunfälle handelt es sich um sogenannte Alleinunfälle, bei denen Radfahrer aus verschiedensten Gründen ohne Fremdverschulden zu Sturz kamen und sich verletzten. Bei sieben dieser Unfälle waren die Radfahrer alkoholisiert. In gleich mehreren Fällen lag die später festgestellte Blutalkoholkonzentration deutlich über 2 Promille.“

Senioren

Senioren geraten immer stärker in den Fokus verkehrspolizeilicher Präventionsarbeit und dementsprechend haben die Verkehrserzieher Vorträge vor entsprechenden Gruppen bereits in ihr Programm aufgenommen. Die Notwendigkeit spiegelt sich in den Zahlen der Stadt und Landkreises wider.

Nach einem Rückgang im Jahr 2020 steigen die Zahlen jeweils zum dritten Mal in Folge leicht an. So ereigneten sich 2023 in der Stadt 193, und im Landkreis 214 Unfälle mit Senioren. Auf den Autobahnen reduzierten sich die Unfälle mit Senioren um mehr als ein Drittel von 83 (2022) auf 53.

Kradfahrer

Unfälle mit Kradfahrern spielen lediglich im Landkreis eine signifikante Rolle. Hier sanken die Zahlen um mehr als 23 Prozent von 42 auf 32. Nur bei der Hälfte der Verkehrsunfälle war der Kradfahrer auch der Unfallverursacher. Ein Motorradfahrer verlor sein Leben und seine Sozia wurde schwer verletzt, als ihm ein abbiegendes Auto den Vorrang nahm.

Unfälle unter Beteiligung des Schwerverkehrs

Lastwagenunfälle kommen besonders auf den Autobahnen zum Tragen, die dort einen Anteil von zirka 20 Prozent darstellen. Allerdings reduzierten sich die Zahlen dort auch und sanken von 201 (2022) auf 132. Die Zahl der verletzten Lastwagen-Insassen lag mit sieben Personen so niedrig wie noch nie.

Fazit

Das Unfallgeschehen entwickelte sich im vergangenen Jahr 2023 im Landkreis Hof sowie auf den Autobahnen sehr positiv und zeigt in der kreisfreien Stadt Hof einen konstanten Verlauf.

Im Rahmen des Verkehrssicherheitsprogramm 2030 leisten die Polizeidienststellen in Hof auch weiterhin ihren Beitrag zur „Vision Zero“, also das hehre Ziel: keine Schwerverletzten und keine Verkehrstoten.

Maßnahmen zur Verkehrsprävention, wie beispielsweise die Radfahrausbildung an Schulen, sowie speziell zugeschnittene Angebote für die Risikogruppe Senioren werden zunehmend erweitert.

Die frühzeitige Evaluierung der Unfallhäufungspunkte im Rahmen der Unfallkommission mit verkehrstechnischen baulichen Maßnahmen zur Unfallreduktion zeigt Wirkung und wird weiter forciert.

Darüber hinaus werden Verkehrsüberwachungs- und Kontrollmaßnahmen in den Bereichen Geschwindigkeit, Alkohol und Drogen mittels dezidierter Kontrollaktionen zum Schutz der „schwachen Verkehrsteilnehmer“, Fußgänger und Radfahrer durchgeführt.


Günter Greim, Leiter der Polizeiinspektion Hof:
„Verkehrsüberwachung rettet Menschenleben und ist damit eine der vornehmsten Pflichten eines jeden Polizeibediensteten“.

Foto: Polizeiinspektion Hof
Quelle: Polizeiinspektion Hof

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