Hof. Dem Kant-Jahr 2024 und dem Jean-Paul-Jahr 2025 steht das Jahr 2026 ganz im Zeichen einer Frau, deren Wirken die deutsche Demokratie nachhaltig geprägt hat: Dr. Elisabeth Selbert. Anlässlich ihres 130. Geburtstages und ihres 40. Todestages findet in der Stadtbücherei Hof am 30. September 2026 ab 19 Uhr ein besonderer Salon-Abend statt.
Elisabeth Selbert gehört zu den prägenden Persönlichkeiten der deutschen Nachkriegsgeschichte. Als eine der vier „Mütter des Grundgesetzes“ setzte sie sich mit großer Beharrlichkeit dafür ein, dass die Gleichberechtigung von Frauen und Männern in der Verfassung verankert wurde. Der entscheidende Satz im Grundgesetz lautet: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt.“
Doch wer war diese Frau, die für diesen Verfassungsgrundsatz maßgeblich kämpfte? Welche Erfahrungen und Überzeugungen prägten ihr Leben? Und warum ist ihr Name heute weit weniger präsent als ihre Errungenschaft?
Der Salon-Abend in der Stadtbücherei Hof möchte Elisabeth Selbert und ihr Wirken wieder stärker ins Bewusstsein rücken. Dabei soll es ausdrücklich nicht bei einer klassischen biografischen Rückschau bleiben. Performativen und informativen Elementen verbinden sich zu einem unterhaltsamen, offenen Salonformat, das Raum für Begegnung, Gespräche, Diskussionen und Austausch bietet.
Durch den Abend führt Franziska Fröhlich (Applied Theatre/Puppenspiel). Gemeinsam mit den Besucherinnen und Besuchern soll dabei auch der Blick von der Geschichte in die Gegenwart und Zukunft gerichtet werden.
Denn Gleichberechtigung wird heute in Deutschland sehr viel weiter gedacht als im Jahr 1948. Doch wo besteht weiterhin Handlungsbedarf? Was ist in unserer Gesellschaft noch verbesserungswürdig? Wie kann jede und jeder Einzelne zu mehr Gleichberechtigung beitragen? Welche Vorbilder haben uns geprägt und welche Rolle spielt Bildung dabei?
Welches Thema geht Sie an? Die Veranstalterinnen und Veranstalter laden ausdrücklich dazu ein, sich mit eigenen Gedanken, Erfahrungen und Fragen einzubringen.
Der Abend soll zugleich deutlich machen, dass gesellschaftlicher Wandel vom großen Miteinander lebt und dass dennoch die Impulse einzelner Persönlichkeiten entscheidend sein können. Elisabeth Selbert steht beispielhaft für eine Frau, die sich mit Ausdauer und Mut für eine demokratische Gesellschaft eingesetzt hat.
Der Salon-Abend wird veranstaltet in Kooperation mit Soroptimist International Club Hof/Saale, der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Hof und der Stadtbücherei Hof.
Foto: Franziska Fröhlich: Puppe von Elisabeth Selbert
Quelle: Stadt Hof







