Helmbrechts. Mit einem ungewöhnlichen Veranstaltungsformat hat der Frauennotruf Hochfranken der Diakonie Hochfranken sein 30-jähriges Bestehen gefeiert. Statt eines klassischen Festakts stand in den Kulturwelten Helmbrechts ein Poetry Slam auf dem Programm. „So haben wir ein Jubiläum noch nie gefeiert“, sagte Geschäftsführerin Manuela Bierbaum zu Beginn eines kurzweiligen Abends.
Das Jubiläumsjahr erinnert an die Anfänge des Frauennotrufs und seines Fördervereins. Was 1996 mit viel Mut und großem ehrenamtlichem Engagement begann, ist heute eine feste Größe in der regionalen Hilfelandschaft. In den vergangenen 30 Jahren haben sich 7.710 Frauen an den Frauennotruf Hochfranken gewandt, um Unterstützung nach häuslicher, sexualisierter, körperlicher oder seelischer Gewalt zu erhalten.
Der Poetry Slam griff die Vielfalt menschlicher Erfahrungen auf. Fünf Poetinnen und Poeten traten mit selbst verfassten Texten gegeneinander an. Mal sorgten die Beiträge für Schmunzeln und herzhaftes Lachen, mal wurden sie nachdenklich und sehr persönlich. Für die musikalische Begleitung sorgte Tim Köhler aus Breitengüßbach, der eigene Lieder am Piano präsentierte.
Charmant und souverän führte Simone Bilz durch den Abend, koordinierte die Jurywertung und bezog das Publikum aktiv mit ein. Die endgültige Entscheidung fiel durch den Applaus der Gäste. Als Siegerin setzte sich Sylvia Brunner aus dem Landkreis Forchheim durch. Mit ihren eindrucksvoll und frei vorgetragenen Texten überzeugte sie Publikum und Jury gleichermaßen.
Neben den künstlerischen Darbietungen rückte auch die Arbeit des Frauennotrufs in den Mittelpunkt. Ein besonderer Dank galt dem Förderverein Frauennotruf Hochfranken e. V. sowie den ehrenamtlichen Mitarbeitenden, die an Wochenenden und Feiertagen die Rufbereitschaft übernehmen. Durch ihr Engagement ist die Beratungsstelle an sieben Tagen in der Woche erreichbar.
„30 Jahre später – und immer noch wird diese Einrichtung gebraucht wie zu Beginn“, betonte Manuela Bierbaum. Hinter jeder Beratungsanfrage stehe eine persönliche Geschichte, oft verbunden mit Leid, Angst und Sprachlosigkeit. Umso wichtiger sei ein geschützter Raum, in dem Frauen Gehör finden, Unterstützung erhalten und neue Perspektiven entwickeln können.
Auch Pascal Bächer, Bürgermeister der Stadt Helmbrechts, würdigte die Arbeit des Frauennotrufs und überreichte im Rahmen der Veranstaltung eine Spende für die weitere Unterstützung gewaltbetroffener Frauen in der Region.
Der Poetry Slam war einer der Höhepunkte des Jubiläumsjahres und verband kulturellen Genuss mit einer wichtigen gesellschaftlichen Botschaft: Gewalt gegen Frauen ist nach wie vor Realität – und ein verlässliches Hilfsangebot bleibt unverzichtbar.
Foto: Diakonie Hochfranken
Quelle: Diakonie Hochfranken







