28. September 2025 / Partner - News

Mehrgenerationenhaus Rehau setzt Zeichen für Alphabetisierung und Grundbildung

Die AlphaDekade 2016–2026

Rehau – Das Mehrgenerationenhaus (MGH) der Diakonie Hochfranken in Rehau widmet sich im Rahmen der nationalen AlphaDekade 2016–2026 gezielt der Förderung von Lese-, Schreib- und Rechenkompetenzen bei Erwachsenen. Bei einer öffentlichen Veranstaltung informierten die Verantwortlichen über Alphabetisierung, Grundbildung und die Bedeutung lebenslangen Lernens.

„Wir wollen sichtbar machen, dass funktionaler Analphabetismus mitten in unserer Gesellschaft vorkommt – und dass Betroffene Unterstützung und Lernmöglichkeiten verdienen, statt Scham und Stigmatisierung zu erfahren“, betont Monika Appelsmeier, die im MGH Rehau den Sonderschwerpunkt „Alphabetisierung und Grundbildung“ koordiniert.

Die Veranstaltung wurde von Projektleiterin Monika Appelsmeier organisiert. Geladen waren unter anderem Landrat Oliver Bär, Bürgermeister Michael Abraham sowie Vertreter:innen aus Jobcenter, Migrationsberatung, Kreisjugendpflege, Kitas und Schulen. Mitgewirkt haben die VHS Hofer Land mit dem „Kita-Einstieg“ und viele Teilnehmer:innen aus dem Lerncafe des Mehrgenerationenhauses. Ziel war es, Öffentlichkeit, Fachkräfte und Betroffene gleichermaßen für die Themen geringe Literalität und Grundbildung zu sensibilisieren und vorhandene Beratungs- und Lernangebote vorzustellen.

Hintergrund: Geringe Literalität ist kein Randphänomen

Nach der LEO-Studie 2018 gelten in Deutschland rund 6,2 Millionen Erwachsene im Alter zwischen 18 und 64 Jahren als funktionale Analphabet:innen – das entspricht etwa 12,1 Prozent der Bevölkerung. Die meisten von ihnen (über 60 Prozent) haben Deutsch als Erstsprache. Für Bayern wird die Zahl der Betroffenen auf rund eine halbe Million geschätzt.

Funktionaler Analphabetismus bedeutet, dass zwar einzelne Wörter oder kurze Sätze gelesen werden können, längere oder komplexere Texte aber nicht verstanden werden. Dies erschwert gesellschaftliche Teilhabe, Qualifizierung und beruflichen Aufstieg erheblich.

Die AlphaDekade 2016–2026

Mit der AlphaDekade wollen Bund und Länder bis 2026 die Zahl der Menschen mit geringen Lese- und Schreibkompetenzen deutlich senken. Dafür werden Lernangebote ausgebaut, Multiplikator*innen geschult und die Öffentlichkeit sensibilisiert.

Das MGH Rehau der Diakonie Hochfranken engagiert sich seit 2018 in diesem Sonderschwerpunkt und entwickelt kontinuierlich Projekte, Angebote und Öffentlichkeitsarbeit zur Förderung von Grundbildung. „Alphabetisierung ist kein Randthema, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe – und Bildung ist ein lebenslanges Recht“, so Appelsmeier.

Foto: Diakonie Hochfranken gGmbH
Quelle: Diakonie Hochfranken gGmbH

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