26. März 2026 / Partner - News

Handwerks-Werkstatt 2026

Scharfe Kritik an den politischen Rahmenbedingungen

Handwerkskammer für Oberfranken hält Jahrespressegespräch bei Hofmann Fahrzeugbau in Mainleus ab – Handwerk bleibt stabile Wirtschaftskraft

Mainleus/Oberfranken. „Unsere politischen Forderungen sind alle bekannt. Ebenso wie die gesamtwirtschaftlichen Anforderungen an die Bundesregierung und an die Politik. Was nahezu komplett fehlt, ist die entschiedene Umsetzung, das Handeln der Politik.“ Der Präsident der Handwerkskammer für Oberfranken, Matthias Graßmann, übt bei dem Jahrespressegespräch „Handwerks-Werkstatt 2026“ der HWK scharfe Kritik. „Echte Wirtschaftspolitik findet nicht statt.
Die Regierung bleibt im Vagen, im Ankündigen, im Wollen, die dringend notwendigen Reformen bleiben aus. Dieses Vorgehen schadet der Wirtschaft als Ganzes – und besonders dem Handwerk.“

Trotz dieser Tendenz verharrt das Handwerk nicht in Pessimismus. „Die Zahlen zeigen uns, dass das oberfränkische Handwerk im Großen und Ganzen stabil bleibt und bislang der Serie sich aneinanderreihenden Krisen trotzt“, erklärt der Hauptgeschäftsführer der HWK, Reinhard Bauer, der die Lage des oberfränkischen Handwerks skizziert. Mehr Betriebe, ein deutliches Plus bei Existenzgründungen, mehr Nachwuchs in der Ausbildung. Dagegen steht geringfügig weniger Umsatz (real), ein leichter Rückgang bei neu abgeschlossenen Lehrverträgen und bei der Beschäftigtenzahl. „Hier zeichnet sich der Verlust der Fachkräfte aus der Boomer-Generation ab, der nicht komplett durch jüngere, gut qualifizierte Kräfte ersetzt werden kann“, so Bauer. „Der Fachkräftebedarf bleibt real.“ In der Gesamtschau bleibt das Handwerk allerdings deutlich die stabilste wirtschaftliche Kraft und bietet gerade der Jugend echte, langfristige Perspektiven.

Gute Perspektive für das neue Bildungszentrum in Bamberg
Gute Perspektiven zeigen sich auch für den Neubau des Bildungszentrums Bamberg der HWK.
Erst am 16. März hat die HWK bei einem Austausch in Berlin die Bestätigung erhalten, bis etwa Mitte April den Förderbescheid für das Projekt zu bekommen – die formlose Zusage der Förderung liegt der Kammer bereits seit Ende November 2025 vor, zusammen mit der Erlaubnis, weiter planen zu können. Die Schlussfolgerung daraus zieht der für das Bauprojekt verantwortliche HWK-Geschäftsführer Rainer Beck. „Wir wollen im Juni oder Juli die ersten Ausschreibungen veröffentlichen und im Herbst mit den Baggern auf der Baustelle sein.“ Aktuell hält die HWK an dem Zeitplan fest, Ende 2029 mit dem Bau fertig zu sein.

Zwei neue Projekte und Vorhaben
Daneben hat die HWK zwei weitere gute Nachrichten parat: Sie hat den Zuschlag für ein neues Kompetenzzentrum erhalten, das zum 1. Juli die Arbeit aufnehmen wird. Mit dem mit zwei Millionen Euro ausgestatteten Förderprojekt wird die interdisziplinäre Qualifizierung von Fachkräften aus den Gewerken Kfz, Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (SHK) und Elektro vorangetrieben. Das „Kompetenzzentrum für Brennstoffzellen, Wasserstofftechnologie und intelligente Ladesysteme im Handwerk“, so der offizielle Name, wird in einem ersten Schritt eine Schulung zum/r Sektorkopplungsmanager/in entwickeln. Ziel ist darüber hinaus, eine Basis für eine breitere Anwendung von Wasserstofftechnologien im Handwerk zu schaffen und die Zukunftsfähigkeit des Handwerks in der künftigen Energieversorgung zu sichern.
Die zweite Neuentwicklung spricht gleichermaßen Betriebe aus den Bau- und Ausbaugewerken und Jugendliche an. Das neue, bundesweit einmalige Verbundstudium (duales Studium) „Bauerhalt und traditionelle Werktechniken“ verbindet eine handwerkliche Ausbildung mit akademischem Knowhow und wurde in Zusammenarbeit mit der Hochschule Coburg und der Universität Bamberg entwickelt. In 4,5 Jahren schließen die Studierenden eine Ausbildung im Bau- oder Ausbaugewerk mit der Gesellenprüfung ab und erreichen ihren Bachelorabschluss.
Geschäftsführer Rainer Beck: „Hier steht das exklusive Knowhow des Handwerks im Mittelpunkt, das entscheidend ist, um Sanierung, Umbau und Bauen im Bestand fachgerecht und klimaneutral zu gewährleisten.“ Bauen im Bestand ist ein wesentliches Geschäftsfeld, das immer mehr an wirtschaftlicher, klimagerechter und stadtpolitischer Bedeutung gewinnt. „Wir bilden hier einmalig qualifizierte Fachleute aus, die zum einen die Schnittstellen zwischen Projektplanung und Umsetzung besetzen, durchaus aber auch Betriebsübernehmerinnen und -übernehmer werden können.“

Eigene Aktivitäten gegen den Stillstand
Die Handwerkskammer setzt mit den neuen Projekten ihren Weg fort, das regionale Handwerk mit eigenen Konzepten und Projekten bei der Weiterentwicklung und Zukunftsfähigkeit zu unterstützen. HWK-Hauptgeschäftsführer Bauer betont. „Das sind ausdrücklich auch Zeichen gegen den lähmenden Stillstand, den viele verspüren.“

Auf dem Foto: Trafen sich zum Jahrespressegespräch in Mainleus: HWK-Hauptgeschäftsführer Reinhard Bauer, HWK-Präsident Matthias Graßmann, Vizepräsident Christian Herpich, Peter und Monika Hofmann (Geschäftsleitung der Hofmann Fahrzeugbau GmbH) und Rainer Beck

Foto: Handwerkskammer für Oberfranken
Quelle: Handwerkskammer für Oberfranken

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