Hof. Die staatlich anerkannte Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen der Diakonie Hochfranken hat am 15. Juni ihr 50-jähriges Bestehen gefeiert. Zahlreiche Gäste aus Politik und dem sozialen Bereich würdigten die Arbeit der Einrichtung, die seit 1976 Menschen in herausfordernden Lebenssituationen begleitet.
Begrüßt wurden die Gäste von Geschäftsführerin Manuela Bierbaum. In ihren Grußworten betonten Oberbürgermeister Stefan Schmalfuß, Landrat des Landkreises Hof Dr. Oliver Bär, Regierungsvizepräsident von Oberfranken Thomas Engel und die stellvertretende Landrätin des Landkreises Wunsiedel Martina von Waldenfels die große gesellschaftliche Bedeutung der Beratungsstelle sowie deren verlässliche Arbeit über fünf Jahrzehnte hinweg.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Festrede von Alessandra Sherman, Leiterin der Beratungsstelle. Sie zeichnete ein eindrucksvolles Bild der vergangenen 50 Jahre – von den gesellschaftlichen Umbrüchen der 1970er-Jahre über gesetzliche Entwicklungen bis hin zu aktuellen Herausforderungen wie Migration, Pandemie und zunehmender sozialer Komplexität. „Sich für ein Kind zu entscheiden, war zu jeder Zeit auch ein mutiger Schritt“, betonte Sherman. Die Beratungsstelle habe in all den Jahren Menschen begleitet, „die Orientierung suchen, Fragen haben oder sich in schwierigen Situationen befinden – wertschätzend, ergebnisoffen und auf Augenhöhe“.
Seit ihrer Gründung im Jahr 1976 haben insgesamt 17 Beraterinnen sowie sieben Verwaltungskräfte in Hof und Marktredwitz unzählige Frauen, Paare und Familien unterstützt. Heute liegt die Zahl der Beratungskontakte bei rund 1.200 pro Jahr. Neben der klassischen Schwangerschaftskonfliktberatung gehören auch soziale und psychosoziale Begleitung, Präventionsarbeit sowie sexualpädagogische Angebote an Schulen zum Aufgabenfeld.
Sherman machte in ihrer Rede deutlich, dass sich die Rahmenbedingungen in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert haben: „Krisen, Kriege und gesellschaftliche Umbrüche haben direkten Einfluss darauf, welche Menschen zu uns kommen und welche Themen sie mitbringen.“ Gleichzeitig bleibe der Grundsatz unverändert: Jeder Mensch sei einzigartig und habe Anspruch auf respektvolle Beratung und Unterstützung.
Für einen fachlichen Impuls sorgte Traumapädagogin Theresa Cordes mit ihrem Vortrag „Frühe Traumata präventiv begleiten – das Familiensystem im Blick“. Dabei stellte sie heraus, wie wichtig frühzeitige Unterstützung für Familien ist, um belastende Erfahrungen zu verarbeiten und nachhaltige Stabilität zu fördern.
Auch das Rahmenprogramm bot Raum für Austausch und Begegnung: Kulinarisch wurden die Gäste vom Ausbildungsrestaurant Schelters sowie vom Hofer „Wärschtlamo“ Marcus Traub verwöhnt. Musikalisch begleitet wurde der Abend von der A-cappella-Band Voice Club.
Die Jubiläumsveranstaltung machte deutlich: Die Schwangerschaftsberatungsstelle der Diakonie Hochfranken ist seit 50 Jahren ein verlässlicher Anker für Menschen in sensiblen Lebensphasen – und bleibt es auch in Zukunft.
Auf dem Gruppenbild von links: Dr. Oliver Bär (Landrat, Landkreis Hof), Martina von Waldenfels (stellvertretende Landrätin, Landkreis Wunsiedel), Manuela Bierbaum (Geschäftsführung Diakonie Hochfranken), Carolin Stolz, Alessandra Sherman und Verena Buchta (Staatlich anerkannte Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen, Diakonie Hochfranken), Thomas Engel (Regierungsvizepräsident Oberfranken), Stefan Schmalfuß (Oberbürgermeister Stadt Hof), Doris Frank (Staatlich anerkannte Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen, Diakonie Hochfranken).
Foto: Diakonie Hochfranken
Quelle: Diakonie Hochfranken







