Naila.Lippertsgrün. Altes Spiel, neue Runde: Beim ersten „Talermännchen“ am 29. August 2026 wurde eine fast
vergessene Tradition in Lippertsgrün wieder zum Leben erweckt.
Was früher zum Sonntagvormittag nach dem Kirchgang gehörte, ist heute beinahe in Vergessenheit geraten: das „Talermännchen“. Vor rund 70 bis 80 Jahren sollen ältere Männer in Lippertsgrün dieses besondere Geschicklichkeitsspiel gespielt haben. Am Samstag, 29. August 2026, wurde die alte Tradition nun erstmals wieder aufgegriff en – und sorgte für viel Spaß, Ehrgeiz und so manche Erinnerung.
Die Regeln des „Talermännchens“ sind denkbar einfach, das nötige Zubehör ebenso: Ein Sägebock mit glatter Querstrebe, ein etwa zwei Meter langes und rund 20 Zentimeter breites Brett sowie für jeden Teilnehmer ein altes, schweres 5-DM-Stück. Gespielt wird schließlich um Geld – und vor allem darum, wer das richtige Gefühl für den rollenden Taler besitzt.
Rund drei Meter vom sogenannten Rollbrett entfernt wartete das eigentliche Ziel: ein etwa zwölf Zentimeter breites und acht Zentimeter tiefes Loch. Die Aufgabe bestand darin, den Taler so über das Brett rollen zu lassen, dass er möglichst genau im Loch landete.
Dabei kam es nicht nur auf Geschick, sondern auch auf ein wenig Glück an. Die Reihenfolge der Teilnehmer wurde unmittelbar vor Spielbeginn vom Spielleiter Dr. Hermann Meiler ausgelost. Für zusätzliche Spannung sorgten die überlieferten Spielregeln wie das „Handspannen“, der „Daumeneinsatz“ oder das sogenannte „Böckla“. Wer die alten Begriff e nicht mehr kannte, bekam die Regeln direkt vor Ort erklärt. Bei manchem Teilnehmer dürften dabei Erinnerungen an frühere Zeiten und an den legendären „Riesenbratschn des Brauch Herbert“ wach geworden sein.

Zehn Teilnehmer über 70 Jahre stellten sich schließlich der Herausforderung. Mit ihren Talern und ausreichend 10-Cent-Münzen ausgestattet, ging es mit sichtlichem Ehrgeiz zur Sache. Zwischen konzentrierten Würfen, kleinen Sticheleien und viel Gelächter zeigte sich schnell: Das „Talermännchen“ hat auch nach Jahrzehnten nichts von seinem Unterhaltungswert verloren.
Die erste Neuaufl age des „Talermännchens“ hat damit gezeigt, wie lebendig alte Dorftraditionen werden können, wenn man sie wieder aufgreift. Was einst zum festen Bestandteil des geselligen Lebens in Lippertsgrün gehörte, sorgte auch 2026 wieder für einen unterhaltsamen Nachmittag – und vielleicht sogar dafür, dass das „Talermännchen“ künftig wieder einen festen Platz im Veranstaltungskalender bekommt.
Foto: Frankenwaldverein Lippertsgrün
Quelle: Frankenwaldverein Lippertsgrün







