3. August 2026 / Naila informiert...

Bandoneon-Orchester begeisterte im Forum Naila

Ein Nachmittag voller Klang, Geschichte und Emotionen

Naila. Rund 150 Zuhörerinnen und Zuhörer fanden den Weg in den großen Bürgersaal des Forums Naila – und schon nach wenigen Augenblicken war zu spüren, dass dieser Nachmittag etwas Besonderes werden würde.

Das Bandoneon-Orchester aus Neustadt bei Coburg war eingeladen worden und erfüllte den Saal mit Klängen, die Erinnerungen weckten, Fernweh entstehen ließen und die Zuhörerinnen und Zuhörer spürbar berührten. Immer wieder wurden Handys gezückt und das Spiel auf Video festgehalten.

Bereits bevor der erste Ton erklang, gab es für die Gäste viel zu entdecken: Die von Karl-Heinz Preuß der Stadt überlassene Bandoneon-Sammlung mit ihren 164 hochwertigen Instrumenten zog zahlreiche neugierige und bewundernde Blicke auf sich. Viele Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, die seltenen Stücke aus nächster Nähe zu bestaunen – Instrumente, in denen nicht nur handwerkliche Qualität, sondern auch ein Stück Musikgeschichte lebendig wurde. Robert Matthes, Leiter des Orchesters und augenzwinkernd selbst als „Spielertrainer“ bezeichnet, führte mit Charme, Wissen und spürbarer Leidenschaft durch den Nachmittag. Immer wieder gab er Einblicke in die Stücke und ihre Komponisten, öffnete ein Fenster in die Geschichte dieses besonderen Instruments und freute sich sichtbar über das aufmerksame und beifallsfreudige Publikum. „Das hatten wir schon lange nicht mehr“, sagte er – ein Satz, in dem die Freude über die besondere Atmosphäre des Nachmittags deutlich mitschwang.

Unter den acht Bandoneonspielern war auch der 95-jährige Günther Lorenz, dem man sein Alter wahrlich nicht ansah und der mit großer Begeisterung sein Instrument spielte. Ergänzt wurde das Ensemble durch Schlagzeug, Gitarre und Percussion. Eingeladen hatten die Stadt Naila und die Bürgerstiftung Naila. Deren Vorsitzender Frank Stumpf begrüßte die zahlreichen Gäste, darunter auch weit angereiste Besucherinnen und Besucher, etwa den früheren Leiter des Dresdner Bandoneon-Orchesters, Bernd Junghans, sowie Ingeborg Degelmann aus Ködnitz.

„Wir freuen uns sehr über den guten Zuspruch dieses besonderen kulturellen Angebots“, betonte Stumpf und machte zugleich deutlich, wie selten ein solches Erlebnis geworden ist: Einen Orchesterkörper dieser Art gebe es in Deutschland nur noch dreimal. „Eines spielt heute hier im großen Bürgersaal.“

Für das Publikum war der Konzertbesuch eintrittsfrei – ein Geschenk an alle, die sich auf diesen musikalischen Nachmittag einließen. Stumpf erinnerte daran, dass die Veranstaltung bereits während seiner Amtszeit als Bürgermeister geplant und aus Gewährleistungsmitteln der Sparkasse Hochfranken finanziert worden sei. Sein besonderer Dank galt erneut Karl-Heinz Preuß aus Lichtenberg für die Überlassung der außergewöhnlichen Instrumentensammlung.

Dabei erinnerte Stumpf auch an das erste Gespräch mit Preuß vor mehr als 20 Jahren auf dem Lichtenberger Wiesenfest – ein Moment, aus dem viele Jahre später ein kulturelles Erlebnis für Naila erwachsen sollte. Musikalisch nahm das Konzert die Zuhörerinnen und Zuhörer schließlich mit auf eine Reise von Deutschland in den hohen Norden, nach Schweden und bis nach Südamerika – eine Reise, die nicht nur durch verschiedene Länder führte, sondern auch durch Stimmungen, Erinnerungen und die besondere Wärme eines Instruments, das an diesem Nachmittag viele Herzen erreichte.

Foto: Stadt Naila
Quelle: Stadt Naila

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