2. Juni 2026 / Landratsamt Hof informiert...

50 Jahre Schwangerenberatung in Bayern

lernen Sie die Anlaufstellen im Hofer Land kennen

Hof. Vor einem halben Jahrhundert begann in Bayern ein gesellschaftlicher Wandel: Mit dem Aufbau der ersten Schwangerschaftsberatungsstellen entstand ein Unterstützungsnetz für Frauen, Paare und Familien in oftmals schwierigen Lebenssituationen. Auch im Hofer Land ist die Schwangerenberatung seit Jahrzehnten eine wichtige Anlaufstelle – vertraulich und offen für alle Menschen.

Gerade die anhaltenden rechtlichen Veränderungen und gesellschaftlichen Debatten um §218 des Strafgesetzbuches (Schwangerschaftsabbruch) machten deutlich, wie wichtig professionelle Beratung und Begleitung für schwangere Frauen sind. In Bayern entstanden deshalb ab Mitte der 1970er Jahre zahlreiche Beratungsstellen – zunächst im Rahmen bundesweiter Modellprojekte. Sie boten nicht nur Konfliktberatung an, sondern unterstützten Frauen auch bei sozialen, finanziellen und familiären Fragen. Auch die Beratungsstelle der Diakonie Hochfranken wurde 1976 als Modellberatungsstelle zur Beratung für Mutter und Kind von der Bayerischen Landesregierung benannt.

Die heutige Beratungsregelung trat in den 1990er Jahren Kraft und machte die verpflichtende Schwangerschaftskonfliktberatung zu einem zentralen Bestandteil des gesetzlichen Systems. Bayern schuf dafür 1996 mit dem Bayerischen Schwangerenberatungsgesetz eine eigene rechtliche Grundlage, die bis heute die Finanzierung und Organisation der Beratungsstellen regelt. 

Im Hofer Land gibt es folgende Anlaufstellen: 

Die Beratungsangebote in Hof entwickelten sich über die Jahrzehnte stetig weiter. Heute erhalten werdende Eltern dort umfassende Unterstützung – von Fragen zu Schwangerschaft und Geburt über Hilfen bei Behördenangelegenheiten bis hin zu Informationen über Elternzeit, finanzielle Leistungen oder Familienplanung. Die Beratung erfolgt kostenlos, vertraulich und auf Wunsch anonym. 

Doch die Arbeit der Schwangerenberatung geht längst weit über die reine Konfliktberatung hinaus. Themen wie Pränataldiagnostik, vertrauliche Geburt, psychische Belastungen, Existenzsorgen oder die Vereinbarkeit von Familie und Beruf prägen den Beratungsalltag heute ebenso wie Fragen zu Migration und sozialer Teilhabe. Gleichzeitig bleibt der Grundgedanke seit 50 Jahren unverändert: Frauen und Familien in einer oft entscheidenden Lebensphase nicht allein zu lassen. 

Das 50-jährige Jubiläum der Schwangerenberatung in Bayern ist deshalb weit mehr als ein Rückblick auf Institutionen und Gesetze. Es ist ein Jubiläum der Menschlichkeit, der Solidarität und der professionellen Begleitung. Gerade in Regionen wie Hof zeigt sich bis heute, wie wertvoll wohnortnahe Beratung ist – für Frauen, Kinder und Familien über Generationen hinweg.

Nach einer internen Jubiläumsfeier am 15. Juni können sich auch alle Bürgerinnen und Bürger über die Beratungsangebote der Schwangerenberatung am 03.07.2026 von 12:00 bis 16:00 Uhr in der Hofer Altstadt unverbindlich informieren und die Beraterinnen kennenlernen. 

Auf dem Foto: (v.l.): Verena Puchta (Diakonie Hochfranken, Außenstelle Marktredwitz), Anna Götz-Spranger (Diakonie Hochfranken, ehem. Leiterin Beratungsstelle), Alessandra Sherman (Diakonie Hochfranken, Leiterin Beratungsstelle), Doris Frank (Diakonie Hochfranken), Nicole Vogel, Lore Haupt (beide Beratungsstelle d. Landratsamtes Hof)

Foto: Landkreis Hof
Quelle: Landkreis Hof

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