Hof. Er bewegt sich nahezu lautlos, sieht hervorragend und bleibt selbst dort oft unsichtbar, wo er längst wieder lebt: Der Luchs ist das neue Zootier des Monats im Zoo Hof.
Der Luchs ist die größte wildlebende Katzenart Europas. Seine Pinselohren, der kurze Schwanz mit schwarzer Spitze und die langen Beine machen ihn unverwechselbar. Trotzdem braucht es in freier Natur sehr viel Glück, ihn tatsächlich zu Gesicht zu bekommen. Luchse leben überwiegend als Einzelgänger, beanspruchen große Streifgebiete und sind vor allem in der Dämmerung und nachts unterwegs.

Für Hof ist das Thema aktueller, als man vielleicht denkt. Oberfranken gilt durchaus als „Luchserwartungsland“. Im Fichtelgebirge wurden bereits Luchse und sogar Nachwuchs nachgewiesen, auch aus dem Frankenwald gibt es Nachweise einzelner Tiere. Fichtelgebirge und Frankenwald spielen zudem eine wichtige Rolle als mögliche Wanderkorridore zwischen verschiedenen deutschen Mittelgebirgen.
Auch im Zoo Hof spielt der Luchs eine besondere Rolle. Unsere beiden Luchse Sami und Khedira leben seit 2024 wieder in einer neu gestalteten, deutlich größeren Anlage. Nach rund zwei Jahren Bauzeit entstand dort ein neuer Lebensraum mit mehreren Gehegebereichen, Rückzugsmöglichkeiten und einem zoopädagogischen Konzept rund um das Thema Wald. Ergänzt wird die Anlage durch ein Artenschutzhaus, in dem Besucher mehr über bedrohte und bereits ausgestorbene Tierarten sowie über die Aufgaben moderner Zoos erfahren können. „Dass der Luchs wieder durch Bayerns Wälder streift, macht ihn für mich besonders spannend. Er zeigt, dass Artenschutz nicht irgendwo weit weg stattfindet, sondern direkt vor unserer Haustür“, sagt Zooleiter Michel Vollprich.
Der Gedanke, dass irgendwann wieder ein Luchs durch die Wälder rund um Hof streift, ist deshalb keineswegs völlig abwegig.
Passend dazu bekommt unser Zootier des Monats am Donnerstag 1. Oktober eine ganz besondere Bühne. Um 19 Uhr ist der Naturfotograf und Autor Berndt Fischer im Zoo Hof zu Gast und stellt sein Buch „Luchs – Schattenwesen und Lichtgestalt“ vor.
Fünf Jahre lang hat Fischer wilde Luchse im Bayerischen Wald begleitet. Mit Fotofallen, langen Ansitzen und viel Geduld entstanden außergewöhnliche Aufnahmen und persönliche Geschichten über einzelne Tiere. Sein Buch verbindet diese Erlebnisse und Fotografien mit wissenschaftlichen Informationen über die Lebensweise, Rückkehr und Zukunft des Luchses in Mitteleuropa.
Der Vortrag dauert etwa 60 bis 90 Minuten und bietet damit nicht nur beeindruckende Bilder, sondern auch reichlich Gesprächsstoff über eine Tierart, die vielleicht näher vor unserer Haustür steht, als viele Hofer vermuten.
Und wer nicht bis zum 1. Oktober warten möchte, kann sich im Zoo Hof schon einmal mit dem Luchs vertraut machen. Hier stehen die Chancen auf eine Sichtung zumindest deutlich besser als bei einer Wanderung durch den Frankenwald.

Kurzcharakterisierung von „Luchs – Schattenwesen und Lichtgestalt“
Fünf Jahre lang ist der Fotograf und Textautor Berndt Fischer wilden Bayerwald-Luchsen mit Hilfe von Fotofallen und Live-Beobachtungen aus Verstecken nahe gekommen. In sehr persönlichen Geschichten hat er die Begegnungen mit den Luchsen Mech, Becher, Stefan, Stummel und Kassandra verarbeitet. Daraus entstand eine bildgewaltige Hommage und eine einfühlsame Naturerzählung, die unserer größten und seltenen Katzenart, anderen Waldbewohnern und einzigartigen europäischen Luchs-Landschaften ein fotografisch-literarisches Denkmal setzt. Ergänzt wird diese Kombination aus meisterhafter Fotografie und Storytelling durch den wissenschaftlichen Begleittext des international bekannten Luchs-Experten Marco Heurich. Seine fachliche Expertise zur Ökologie des Luchses erläutert die erfolgreiche Wiederansiedlung in Mitteleuropa und die Zukunftsaussichten der nach wie vor bedrohten europäischen Großkatze.
Foto: Zoo Hof
Quelle: Zoo Hof







