8. Juni 2021 / Hof informiert...

Betriebsstart für autonom fahrende Shuttles in Hof

Hof informiert ...

Hof. Innovative ÖPNV-Mobilität
Startschuss für die autonom fahrenden Shuttles in Hof: Heute, Dienstag, 8. Juni 2021, nehmen zwei Shuttles offiziell ihren Betrieb auf. Damit geht das Forschungsprojekt Shuttle-Modellregion Oberfranken (SMO) in Hof in die echte Praxisphase. Erstmals können Hoferinnen und Hofer Mobilität der Zukunft selbst ausprobieren. Die Fahrtroute verläuft vom Hautbahnhof über mehrere Haltestellen in die Altstadt zum Kugelbrunnen und wieder zurück. 
Die autonom fahrenden Shuttles nehmen offiziell ihren Betrieb auf: An der Haltestelle Hauptbahnhof werden am Dienstag, 8. Juni 2021 um 9.55 Uhr, die ersten Fahrgäste zusteigen können. ”Für Hof ist der Betriebsstart der Shuttles von großer Bedeutung und ein riesiger Fortschritt”, sagt Oberbürgermeisterin Eva Döhla. ”Gerade mit diesem Projekt zeigt die Stadt Hof, dass sie zukunftsweisende Mobilität im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) aktiv gestaltet und mit modernsten Technologien testet. Höf präsentiert sich als innovative Kommune, die in diesem Bereich in Deutschland einen Spitzenplatz einnimmt.” Als führender Logistikstandort ist die Stadt Hof bereits weit über Deutschland hinaus bekannt. Hinzu kommen zahlreiche Projekte im Bereich innovativer Mobilität.

Maßgeschneidertes ÖPNV-Angebot
Die Hochschulstadt Hof ist Oberzentrum und attraktive Einkaufsstadt für eine größere Region. Für die Erreichbarkeit von Hof spielt der ÖPNV eine große Rolle. ”Wir stehen kontinuierlich vor der Herausforderung, für die Hofer Innenstadt ein maßgeschneidertes und wirtschaftliches ÖPNV-Angebot zu gestalten, von dem die Hoferinnen und Hofer, aber auch ihre Gäste profitieren”, erläutert Eva Döhla. Mit zunächst teilautomatisiert fahrenden Shuttles erhofft die Stadt Hof dieses Ziel zu erreichen. ”Deshalb beteiligen wir uns an dem vielversprechenden Forschungsprojekt.”
Im Hofer Stadt Stadtgebiet werden zwei Shuttles verkehren. Die Stadt Hof hat die Fahrzeuge gekauft und stellt sie der RBO Regionalbus Ostbayern GmbH für den Betrieb zur Verfügung. 
Die Projektstrecke ist dabei nicht Teil des bestehenden fahrplanmäßigen Busnetzes. Vielmehr übernimmt die Shuttle-Linie innerhalb des innerstädtischen ÖPNV-Bereiches eine komplementär ergänzende Funktion.

Vom Hauptbahnhof in die Altstadt
Die Projektstrecke führt vom Hauptbahnhof Hof über mehrere Haltestellen hinweg bis in die Fußgängerzone in der Altstadt und dann über das Bahnhofsviertel wieder zurück. 

Gefahren wird:
Montag bis Freitag von 9.55 Uhr bis 18.15 Uhr und 
Samstag von 9.55 Uhr bis 16.55 Uhr 
(siehe beiliegender Fahrplan).

Es gibt folgende Haltestellen (siehe beiligende Übersicht der Haltestellen):
Hauptbahnhof – Liebigstraße – Bergstraße – Bismarckstraße – Kugelbrunnen – Marienkirche – Biengäßchen – Königstraße – Rekkenzeplatz – Hauptbahnhof im Rundkurs.

Die umfangreichen technischen Vorarbeiten sowohl auf der Strecke als auch bei der Fahrzeugtechnik wie beispielsweise die Programmierung der autonomen Steuerung sind längst abgeschlossen; die komplette Shuttletechnik und das Fahren auf der Strecke wurden vom TÜV technisch abgenommen. Bereits seit mehreren Monaten fanden auf der gewählten Strecke Testfahrten statt. Aufgrund der Pandemie musste der Start des Fahrgastbetriebes jedoch verschoben werden. ”Nachdem sich die Inzidenzzahlen positiv entwickelt haben, gibt es für die zwei Shuttles jetzt endlich grünes Licht”, sagt Oberbürgermeisterin Eva Döhla.

Um Fahrgäste sicher zu befördern, hat die RBO Regionalbus Ostbayern GmbH, die den Betrieb durchführt, ein spezielles Hygienekonzept entwickelt:

  • Im Shuttle stehen Desinfektionsmittel bereit.
  • Es besteht im Shuttle Maskenpflicht.
  • An jeder Haltestelle wird das Shuttle kurz durchgelüftet.
  • Es können vier Passagiere mitfahren, wenn der Inzidenzwert in der Stadt Hof unter 100 liegt.
  • Nach geltenden Rechtslage muss zwingend notwendig sich eine geschulte Begleitperson, ein sogenannter Operator, im Shuttle befinden.
  • Während der Fahrt müssen die Fahrgäste sitzen und angeschnallt sein.

In der Spitzengruppe: Das Projekt Shuttle-Modellregion Oberfranken (SMO) 
Der ÖPNV steht in Deutschland vor großen Umwälzungen: Klimawandel, neue Antriebssysteme und die Digitalisierung von teilautomatisiertem oder autonomem Fahren erfordern neue, innovative Mobilitätslösungen. Zugleich muss der ÖPNV effizienter, wirtschaftlicher, flexibler und umweltgerechter werden und auf die Bedürfnisse der möglichen Nutzer optimal zugeschnitten sein. 
”Das SMO-Projekt ist in idealer Weise geeignet, für die Mobilität der Zukunft und für die Umwelt einen wichtigen Beitrag zu leisten und ist derzeit als Projekt in Deutschland in der Spitzengruppe der Technologischen ÖPNV-Forschung einzuordnen”, erläutert die Hofer Oberbürgermeisterin. 
Das Ziel des temporären Forschungsprojektes Shuttle-Modellregion Oberfranken (SMO) ist es, den Betrieb von selbstfahrenden Shuttles als Ergänzung zum Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in den Städten Hof, Kronach und Rehau wissenschaftlich zu erproben.15,3 Millionen Euro umfasst das Projektvolumen, das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur fördert das Projekt dabei anteilig mit rund 12 Millionen.Jeweils kurz hintereinander haben nun die Shuttles in Rehau, Kronach und Hof ihren Betrieb aufgenommen.
Das Projektkonsortium umfasst insgesamt zehn Partner. Die Städte Hof und Rehau sowie die Landkreise Hof und Kronach wählten die Fahrrouten aus und bereiteten diese für den Shuttlebetrieb vor. Für den Fahrgastbetrieb zeichnen die Partner DB Regio Bus (mit ihren Unternehmenstöchtern RBO Regionalbus Ostbayern GmbH in Hof und mit der OVF Omnibusverkehr Franken GmbH in Kronach) sowie REHAU AG + Co. verantwortlich. 
Valeo Schalter und Sensoren GmbH am Standort Kronach, weltweit führend im Bereich der Fahrassistenzsysteme, befasst sich vor allem mit der technischen Weiterentwicklung der Shuttles, insbesondere im Bereich der Fahrzeugsensorik. Valeo hat dabei die Shuttles des Fahrzeughersteller Navya umgerüstet. 
Darüber hinaus sind die Hochschulen Hof und Coburg sowie die Technische Universität Chemnitz intensiv mit Forschungs- und Entwicklungsaufgaben im Projekt befasst. Koordiniert wird das SMO durch den Konsortialführer Valeo in Kronach, unterstützt durch die Berliner Mobilitätsberatung Nuts One.

Die Technik
Wie orientieren sich die selbstfahrenden Shuttles?

Dass Shuttles unvorhergesehene Wege fahren, lässt sich ausschließen. “Den Fahrzeugen wird eine exakt zurückzulegende Route einprogrammiert – sie fahren somit wie auf virtuellen Schienen und immer auf dem gleichen Weg”, sagt Ralf Borowsky, der Hofer SMO-Projektleiter. Die Lokalisierung des Fahrzeugs findet auf mehrere Arten gleichzeitig statt. Bei der Routenprogrammierung wird gleichzeitig die Umgebung digitalisiert, wodurch den Shuttles eine sogenannte Referenzkarte in 3D vorliegt. Mithilfe seiner Sensoren vergleicht das Fahrzeug zu jedem Zeitpunkt die aktuelle Umgebung mit der Referenzkarte und prüft seine Position. Außerdem wird durch die automatische Lokalisierung via GPS jederzeit die korrekte Position der Shuttle sichergestellt, ergänzt noch durch die sogenannte Odometrie. “Dies bedeutet, dass das Shuttle die Anzahl seiner Radumdrehungen sowie den Lenkeinschlag mitzählt und daher weiß, wo es sich gerade befindet”, erläutert Ralf Borowsky. 

Wie erkennen die Shuttles Hindernisse?
Die in den Shuttles verbaute Sensorik dient aber nicht nur zur Orientierung, sondern auch zum Erkennen von Hindernissen. Dies können parkende Fahrzeuge oder Lieferwagen, aber auch Fußgänger sein, die die Straße kreuzen. “Sobald die Sensoren ein Hindernis erkennen, verringert das Shuttle sofort die Geschwindigkeit oder hält an”, sagt Ralf Borowsky. “Bei abrupt aufkommenden Hindernissen bremst das Shuttle entsprechend stärker ab.” Oft ist das Shuttle auch vorsichtiger und bremst frühzeitiger als Autofahrer, da durch die Sensoren eine permanente 360°-Überwachung der Umgebung sichergestellt ist und Gefahren schneller registriert werden. 
So kann es vorkommen, dass ein Shuttle seine Geschwindigkeit reduziert, obwohl von außen betrachtet keine Gefahr vorzuliegen scheint. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn Passanten zu nah von der Seite an das Shuttle herantreten oder andere Autofahrende zu dicht vorbeifahren. Deshalb ist es wichtig, Abstand zu halten. Blockiert ein Hindernis die virtuelle Schiene, kann das Shuttle es derzeit noch nicht im automatisierten Modus umfahren. In diesem Fall muss der Operator eingreifen und die Steuerung übernehmen. 
Die am Projekt beteiligte Firma Valeo rüstet je eines der beiden Shuttles in Hof, Rehau und Kronach mit diversen neuen Sensoren und Kameras aus. Langfristig soll es dadurch möglich werden, auf den begleitenden Operator bei gleicher Sicherheit zu verzichten und mehrere Shuttles aus der Leitwarte in Hof zu überwachen und notfalls fernzusteuern. 

Ansprechpartner für das Hofer SMO-Projekt:
Leitwarten- und Projektbüro
Ludwigstraße 75
95028 Hof
Ralf Borowsky, Tel.0162/2806891, ralf.borowsky@smo.stadt-hof.de
Richard Himes, Tel. 0162/2806889, richard.himes@smo.stadt-hof.de

Weitere Informationen:
https://www.shuttle-modellregion-oberfranken.de/ 
https://wohin-du-willst.de/

Bildunterschrift: Betriebsstart der selbstfahrenden Shuttles in Hof: Als erste Fahrgäste stiegen die Hofer Oberbürgermeisterin Eva Döhla und Hans-Peter Friedrich, MdB und Vizepräsident des Deutschen Bundestages, in eines der Shuttles.
Fotoverweis: Stadt Hof
Quelle: Stadt Hof

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