21. November 2019 / Allgemeines

Stadt Hof stellt Klimaschutzmanagerin Ute Fischer vor

Der Klimaschutz als Gemeinschaftsaufgabe

Hof - Klimaschutz auf kommunaler Ebene hat in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Global denken, lokal handeln ist hier wichtiger als je zuvor. Die Stadt Hof sieht sich in der Pflicht, die Bereiche Verwaltung und öffentliche Liegenschaften, Bürger- und Konsumentenverhalten sowie den Bereich Wirtschaft auf mögliche CO2-Einsparpotenziale zu prüfen und hierfür geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen und Maßnahmen aufzulegen. Hierfür wurde mit Ute Fischer nun auch die zuständige Klimaschutzmanagerin vorgestellt.

„Die Stadt betrachtet Klimaschutz als Herausforderung und Chance zugleich“, so Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner. „Nachhaltig Energiekosten reduzieren, effiziente Beiträge zur regionalen Wertschöpfung leisten, den Finanzhaushalt entlasten und die Lebensqualität ihrer Bürger erhöhen sind nur einige Beispiele der vielfältigen kommunalen Handlungsmöglichkeiten.“

Allerdings ist man in Hof bereits auf verschiedenen Gebieten im Klimaschutz aktiv. Einige Beispiele:

- Erneuerbare Energien
Im Netz der Stadtwerke Hof befanden sich 2018 ca. 50% Erneuerbare Energien, hauptsächlich aus Windenergie, Biogas und Photovoltaik. Den Anteil an Erneuerbaren Energien in der Stadt Hof wird die Bestandsanalyse des noch zu erstellenden Klimaschutzkonzepts ergeben.
Photovoltaikanlagen wurden beispielsweise auf der Freiheitshalle und der  Jahnturnhalle installiert.
2012 wurde die „Genossenschaft BürgerEnergieHof“ gegründet und investiert die Einlagen ihrer Mitglieder in erneuerbare Energien wie Photovoltaik- und Windkraftanlagen in Hof und Umgebung, so z.B. auf dem Hangar A am Flughafen Hof-Plauen.

- Energieeffizienz
Die Straßenbeleuchtung in Hof wurde bereits zu 25% auf LED umgerüstet. In den kommenden Jahren erfolgt sukzessive die weitere Umrüstung.
Blockheizkraftwerke/Kraft-Wärme-Kopplung sind beispielsweise im Museum Bayerisches Vogtland und im Stadion Grüne Au installiert.

- CO2-Einsparung
Im Fuhrpark der Stadt befindet sich seit Kurzem ein E-Smart als Dienstwagen.
Über die Stadtwerke werden im Innenstadtgebiet fünf E-Ladesäulen betrieben.
Von der Logistikagentur Oberfranken wurde der Einsatz von E-Mobilität im ländlichen Raum unter besonderer Betrachtung der Bedürfnisse von Liefer- und Werkverkehren innerhalb eines definierten ländlichen Wirtschaftsraumes untersucht.
Städtische Mitarbeiter nehmen seit Jahren bei der Aktion der AOK mit dem Rad zur Arbeit teil.
Die Stadt hat einen Mitarbeiter zum Radwegebeauftragten bestimmt.
Es gibt Initiativen zur Förderung der E-Mobilität und Verbesserung des ÖPNV, z.B. Mobi Dig.
Die Stadt bringt sich aktiv in überregionale Initiativen zum Thema Wasserstoff ein.

- Umweltbildung/Früherziehung
An etlichen Hofer Schulen ist Umweltbildung bereits ein fester Bestandteil im Unterricht. So engagagiert sich beispielsweise der AZV seit Jahren und es gibt P-Seminare zum Thema Umweltschutz

Neue Klimaschutzmanagerin
Zum 15. August 2019 wurde Diplom-Geografin Ute Fischer als hauptamtliche Klimaschutzbeauftragte eingestellt. Nach 12 Jahren Geschäftsführung des Stadtmarketing Hof e.V. wechselt Ute Fischer nun in den Schwerpunktbereich Ihres Universitätsstudiums: Nachhaltige Entwicklung. Inhaltlich konzentrierte sich ihre Ausbildung auf die Entwicklung von Lösungsansätze zum nachhaltigen Management natürlicher Ressourcen und menschlicher Lebensräume auf lokaler und regionaler Ebene aufgrund von Analyse von Ökosystemen, menschlichen Lebensbedingungen und Konflikten zwischen Natur und Mensch.

Laut Kommunalrichtlinie besteht die Aufgabe des Klimaschutzmanagements in den nächsten zwei Jahren darin ein Integriertes Klimaschutzkonzept zu erstellen, Netzwerke aus kommunalen Akteuren zu bilden, Schnittstellen mit vorhandenen Initiativen zu knüpfen, den Klimaschutz in Hof zu etablieren und gemeinsam mit Bürgern, der Wirtschaft, der Politik und Verwaltung individuell auf die Stadt Hof zugeschnittene Klimaschutzziele und Maßnahmen zu formulieren. Nach einer Einarbeitungszeit in die vielschichtige Thematik und der Vernetzung mit regionalen und überregionalen Klimaschutzinitiativen steht für das Klimaschutzmanagement nun die Erstellung des Integrierten Klimaschutzkonzepts auf dem Plan.

Professionelle Begleitung bei der Konzepterstellung und Prozessunterstützung
Professionell unterstützt und begleitet wird das Klimaschutzmanagement der Stadt Hof durch die Energieagentur Nordbayern sowohl bei der Erstellung des Klimaschutzkonzepts als auch prozessbegleitend auf den Gebieten, auf denen ein jahrelanger Erfahrungsschatz und schneller Knowhow-Transfer ausschlaggebend für den Erfolg sind.

Die Energieagentur Nordbayern mit ihren rund 20 Mitarbeitern an den Standorten Kulmbach und Nürnberg ist eine der größten unabhängigen und überwiegend kommunal getragenen Beratungseinrichtungen für Klimaschutz im Freistaat. In der unverzichtbaren konzeptionellen Vorarbeit, zum Beispiel im Rahmen von Klimaschutzkonzepten, Energienutzungsplänen oder Machbarkeitsstudien, besitzt die Energieagentur mit ihren Vorgänger-Organisationen „Energieregion Nürnberg“ und „Energieagentur Oberfranken“ eine jahrzehntelange Erfahrung in der praxisorientierten Beratung von Kommunen und Unternehmen. Beispiele hierfür sind Nürnberg, Fürth und Feucht.

Ein eher ungewöhnliches Beispiel aus jüngster Zeit ist der Energienutzungsplan, den die Energieagentur Nordbayern in diesem Sommer für die gesamte Europäische Metropolregion Nürnberg (EMN) vorgelegt hat. Erstmals wurde im Rahmen eines solchen Projekts ein Gebiet dieser Größenordnung untersucht. Die Studie beinhaltet für jede der untersuchten mehr als 600 Kommunen eine kartographische Darstellung der Wärmebedarfsdichte und zeigt auf, wo es sinnvolle Ansätze für eine vertiefende Wärmenetzplanung gibt. Von diesen Grundlagendaten wird auch das Klimaschutzkonzept der Stadt Hof profitieren.

Wozu ein Klimaschutzkonzept?
Ein Integriertes Klimaschutzkonzept (IKSK) dient als strategische Entscheidungsgrundlage und Planungshilfe für zukünftige Klimaschutzaktivitäten der Stadt Hof. Es soll den Klimaschutz als Querschnittsaufgabe nachhaltig in der Kommune verankern. Das IKSK zeigt auf, welche technischen und wirtschaftlichen Potenziale zur Minderung von Treibhausgasen (THG) bestehen und legt kurz-, mittel- und langfristige Ziele und Maßnahmen zur Minderung der THG-Emission fest. Die Inhalte des IKSK sollen konkret auf die lokalen Besonderheiten eingehen und dem Prinzip der Nachhaltigkeit (ökologische, soziale und ökonomische Ausgewogenheit des Handels) Rechnung tragen. Das IKSK der Stadt Hof soll möglichst alle klimarelevanten Bereiche umfassen und die unterschiedlichen Handlungsmöglichkeiten der Kommune aufzeigen. Ein ISK ist Grundvoraussetzung für die Beantragung von Fördermitteln für zukünftige Klimaschutzmaßnahmen

Zuerst wird eine Istanalyse sowie eine Energie- und Treibhausgas-Bilanz (CO2-Bilanz) für das Stadtgebiet erstellt. Anschließend erfolgt eine Potenzialanalyse und die Erstellung von Szenarien auf deren Basis Minderungsziele und Strategien sowie Handlungsfelder für Private, Wirtschaft und Verwaltung festgelegt werden. Ein zielgruppenspezifischer Maßnahmenkatalog mit kurz-, mittel- und langfristigen Zielen vervollständigt das Konzept. Zur Messung des Erfolgs wird ein Controlling-System etabliert. Alle Schritte werden von einem Lenkungsausschuss aus verwaltungsinternen und externen Fachleuten, Akteuren und politischen Entscheidungsträgern begleitet, der in den nächsten Wochen ins Leben gerufen wird.

Leistungen des Klimaschutzmanagements und erste Maßnahmen
Ab 2020 werden neben der Konzepterstellung auch erste Maßnahmen wie beispielsweise Klimaschutzberatung, Informationsveranstaltungen, Klimafasten in der Fastenzeit, die Teilnahme am Umwelttag und die Organisation des 1. Hofer Autofreien Sonntag bereits umgesetzt. Auch werden vorhandene Klimaschutzinitiativen in enger Zusammenarbeit mit den lokalen Akteuren gebündelt und über die die Soziale Medienplattform der Stadt kommuniziert. Denkbar ist auch ein die Einrichtung eines Solarpotenzialkatasters in Kooperation mit dem Landkreis Hof. Eine Entscheidungsgrundlage wird dem Stadtrat im Dezember vorgelegt.

Die Finanzierung
Die Erstellung eines integrierten Klimaschutzkonzepts sowie die Einrichtung des Klimaschutzmanagements der Stadt Hof wird durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit unter dem Förderkennzeichen FKZ 03K11284 gefördert. Hof erhält zunächst für zwei Jahre die maximale Förderung in Höhe von 90% - auch auf die Personalkosten. In der Förderung inbegriffen ist auch die Umsetzung erster Maßnahmen. Nach der Erstellung des Klimaschutzkonzepts ist die Beantragung von Fördermitteln für strategische und investive Maßnahmen aus dem Maßnahmenkatalog möglich. Ebenso möglich ist die Verlängerung der Förderung der Personalkosten nach zwei Jahren.

Bild: Vor dem neuen E-Mobil der Stadt Hof: v.l. Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner, Erich Maurer (Geschäftsführer der Energieagentur Nordbayern) und die neue Klimaschutzmanagerin Ute Fischer.

Quelle: Stadt Hof

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