16. Mai 2026 / Allgemeines

Nahost-Konflikt trifft heimische Wirtschaft hart

Wie Herausforderungen für heimische Unternehmen zunehmen

Bayreuth. Die Unternehmen in Oberfranken kämpfen derzeit mit enormen Herausforderungen. Das zeigt eine aktuelle Konjunkturumfrage der IHK für Oberfranken Bayreuth. Insbesondere der Konflikt im Nahen Osten verschärft die schwierige Lage.

Strukturelle Herausforderungen und die angespannte weltpolitische Situation lasten massiv auf den Unternehmen. Die IHK für Oberfranken Bayreuth zeigt anhand einer Sonderauswertung der Konjunkturbefragung auf, wie sehr der Konflikt im Nahen Osten die oberfränkische Wirtschaft beeinträchtigt.

Konflikt im Nahen Osten erstickt Hoffnung auf konjunkturellen Aufschwung
Gut drei von vier Unternehmen sehen sich aktuell jeweils durch die hohen Preise für Energie (78 Prozent) sowie Rohstoffe und Waren (76 Prozent) ein Hemmnis für ihr Geschäft. Rund ein Drittel der befragten Unternehmen ist außerdem durch Material-, Rohstoff- oder Warenknappheit teilweise oder erheblich behindert. Unterbrechungen der Lieferketten in Folge des Irankriegs sehen 28 Prozent der Unternehmen als Geschäftshemmnis. "Der Konflikt im Nahen Osten erstickt die Hoffnung auf einen baldigen konjunkturellen Aufschwung im Keim", fasst Sabine Ebensperger, Referentin für Standortinformation bei der IHK für Oberfranken Bayreuth, die Situation zusammen.

Energiepreise rücken wieder in den Fokus
Zudem nennen im Frühjahr 72 Prozent der befragten Unternehmen die Energie- und Rohstoffpreise als eines der größten Risiken für ihre wirtschaftlichen Entwicklung. "Nachdem dieser Risikofaktor in den letzten Jahren an Dringlichkeit verloren hatte, stellen die Energie- und Rohstoffpreise nun wieder das 'Top 1 Risiko' für die oberfränkischen Unternehmen dar", so Ebensperger.

Bürokratie und Nahostkonflikt setzen exportorientierte Unternehmen unter Druck
Johanna Horzetzky, Teamleiterin International ergänzt: "Der Krieg im Nahen Osten macht einmal mehr deutlich, wie abhängig die Wirtschaft von den Geschehnissen in einzelnen Regionen ist. Die Politik muss Unternehmen daher aktiv bei Diversifizierungsprozessen unterstützen, um Abhängigkeiten abzubauen."

Dazu gehört auch, bürokratische Belastungen nicht auf-, sondern endlich umfassend abzubauen. Innerhalb Europas zählen dazu die komplexe Verpackungsverordnung, außerhalb geht es aktuell hauptsächlich um die Anforderungen an die Lieferkettenregulierungen (CBAM, EUDR etc.), die zwar bereits entschärft wurden, aber gerade für kleine Unternehmen immer noch große Hürden darstellen. Dr. Horzetzky: "Um die Wirtschaft zu stärken, fordern wir: Die Bürokratie muss abgebaut, Abhängigkeiten müssen reduziert werden."

Um die Unternehmen dabei zu unterstützen, sich international breiter aufzustellen, baut die IHK für Oberfranken Bayreuth zusammen mit ihren Partnern ihr Beratungsangebot für die Erschließung neuer Märkte kontinuierlich aus. Dr. Horzetzky: "So hatten wir etwa bei unserem Afrikaforum rund 260 Teilnehmer. Ziel war es, Unternehmerinnen und Unternehmer die Chancen der 54 afrikanischen Märkte nahezubringen. Hier gab es die einmalige Gelegenheit, sich mit etlichen Fachleuten etwa aus den Auslandshandelskammern in Afrika auszutauschen."

Quelle: IHK für Oberfranken Bayreuth

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