Hof. 63 Schülerinnen und Schüler der Fach- und Berufsoberschule Hof besuchten in dieser Woche die Lebenshilfe Hof und erhielten spannende Einblicke in die Arbeit der Hochfränkischen Werkstätten, der Offenen Hilfen der Lebenshilfe sowie des Therapeutisch-Pädagogischen Zentrums (TPZ).
Die Schülerinnen und Schüler waren sehr lebendig, aufmerksam und neugierig. Sie stellten viele wichtige Fragen – von der Finanzierung und den Kostenträgern bis hin zur Entstehungsgeschichte der Lebenshilfe. Auch ganz praktische Themen wie die Rotation von Mitarbeitenden in Schule oder Hort und deren Auswirkungen auf die Kinder kamen zur Sprache.
Am Dienstag, 23. September, stand die Werkstatt im Mittelpunkt.
Die Jugendlichen erfuhren, wie die Einrichtung ihre Doppelrolle meistert: Dienstleister für die Industrie und zugleich Ort der beruflichen Rehabilitation für Menschen mit Behinderung. Dabei wurde auch über die berufliche Bildung diskutiert. Ein Schüler brachte es treffend auf den Punkt:„Arbeit macht Sinn und gibt Halt.“
Anne Loncsek, Sozialpädagogin der Hochfränkischen Werkstätten, erklärte:
„Als Werkstätten haben wir einen doppelten Auftrag: im pädagogischen Alltag unterstützen wir erwachsene Menschen mit Behinderung in ihrer individuellen Entwicklung und machen ihnen Qualifizierungsangebote. Gleichzeitig sind wir mit unseren Produktionsprozessen Partner für Industrieunternehmen und Wirtschaft in der Region und verwirklichen damit die Teilhabe am Arbeitsleben für unsere Mitarbeiter mit Behinderung. In einem Freiwilligenjahr besteht für jede und jeden die Möglichkeit, alle Facetten dieser tollen Arbeit selbst mitzuerleben. Für beide Seiten ist das immer eine große Bereicherung.‘‘
Auch die Offenen Hilfen der Lebenshilfe Hof stellten sich vor. Die Offenen Hilfen bieten Veranstaltungen im Bereich Freizeit - Begegnung – Bildung an. Für Menschen mit und ohne Beeinträchtigung. Dazu gehört ein monatliches, vielfältiges Freizeitangebot sowie auch das VHS Programm in einfacher Sprache, vorgestellt von Projektleitung Isabell Suckrau.
Besonders eindrücklich war die Vorstellung des inklusiven Posaunenchors der Offenen Hilfen. Hier zeigte sich, wie schön und einfach Inklusion gelebt werden kann.
Cornelius Kelber, Leiter des inklusiven Posaunenchors der Offenen Hilfen, erklärte:
„Jeder spielt das, was er gut kann – jeder nach seinen Möglichkeiten. Auch durch Zuhören lernt man. Mit ein oder zwei Tönen geht’s schon auf die Bühne.“

Gruppenbild Schüler der FOS BOS Hof beim Besuch

Mehr als ein Besuch: FOS/BOS Hof entdeckt berufliche Möglichkeiten und gelebte Inklusion

Johannes Frisch und Mitarbeitende erklären die Abläufe

Kannst du einen Ton spielen bist du bei Konzerten dabei - so geht Inklusion
Am Donnerstag, 25. September, stand das TPZ im Fokus.
Besonders beeindruckt waren die Schülerinnen und Schüler vom Montessori-Kinderhaus, wo nach dem Motto „Hilf mir, es selbst zu tun“ gearbeitet wird. Hier entdeckten die Kinder ihre Stärken, Werte wie Vertrauen, Hilfsbereitschaft und Verantwortungsbewusstsein prägen den Alltag.
Der Hort und das Kinderhaus zeigten sich bunt, quirlig und inklusiv: rund ein Drittel der 320 Kinder haben einen besonderen Förderbedarf. Die Schüler besichtigten außerdem die zwei weiteren Standorte – darunter das neue Haus am See, das zwar noch nicht offiziell eröffnet, aber schon voll im Betrieb ist. Auch hier wurde deutlich: Als Mitarbeiter hat man viel Abwechslung, viele Gestaltungsmöglichkeiten, und die Kinder werden praxisnah auf das Leben vorbereitet.
Eine Schülerin fasste ihre Eindrücke zusammen:
„Wir haben gesehen, wie individuell auf die Kinder eingegangen wird. Das hat meine Sicht auf pädagogische Arbeit verändert.“
Kristina Kemnitzer, begleitende Lehrerin der FOS/BOS und selbst ehemalige Praktikantin im Montessori-Kinderhaus der Lebenshilfe, bestätigte:
„Meine eigene Begeisterung für die Arbeit hier und die Begeisterung der Mitarbeitenden haben sich spürbar auf die Schülerinnen und Schüler übertragen.“
Von Berührungsängsten war nichts zu merken – im Gegenteil: ehrliche Neugier und echtes Interesse prägten die Gespräche. Viele Schülerinnen und Schüler wollten wissen, welche Erwartungen es in einem Praktikum gibt und welche beruflichen Perspektiven die Lebenshilfe eröffnet. Der Bereich Wohnen hat die Schüler und Schülerinnen besonders interessiert, ein Bereich der oft zu wenig Beachtung findet. Überrascht waren die Schüler und Schülerinnen, dass es in den Freizeitaktivitäten nicht nur Ausflüge in der Umgebung, sondern sogar nach Mallorca oder Schweden gibt.
Ina Ackermann, stellvertretende Bereichsleitung Montessori-Kinderhaus, ergänzt:
„Die Kooperation FOS/Lebenshilfe eröffnet den Schülerinnen und Schülern wertvolle, hautnahe Erfahrungen, die den Unterricht bereichern, Berührungsängste abbauen und die Werte Teilhabe und Miteinander erfahrbar machen.“
Hier können an vielen Stellen berufliche Perspektiven entstehen.
Das TPZ bietet einen einzigartigen Rahmen: Schule, Heilpädagogische Tagesstätte, Therapieabteilung und das integrative Montessori-Kinderhaus arbeiten unter einem Dach zusammen – ein Haus, in dem sich viele Entwicklungsperspektiven und Fördermöglichkeiten für Kinder mit und ohne Behinderung wiederfinden. Für die Schülerinnen und Schüler der FOS tat sich so eine Vielfalt an beruflichen Perspektiven auf. und multiprofessionelles Zusammenarbeiten wird zum Beispiel im Praktikum, beim "Hineinschnuppern" in unsere Berufsfelder erlebbar.

Montessori Kreis

Die Schüler der FOS-BOS Hof erhalten Einblicke in die Arbeit nach Montessori

Das Haus am See ist schon vor der Eröffnung in Betrieb - die Schüler erhalten exklusive Einblicke in den Schulalltag

Dank Kristina Kemnitzer, Lehrerin der FOS-BOS Hof gibt es eine enge und herzliche Verbindung
Foto: Offene Hilfen der Lebenshilfe
Quelle: Offene Hilfen der Lebenshilfe







