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Komödiantisches und Entspannendes, aber auch Forderndes und Provokantes gehört auf die Bühne

Hof - Mit viel Schwung und Begeisterung startet das Theater Hof in die neue Spielzeit. Kein Wunder, denn es gab beim Saisonauftakt viel Lob für die vergangene Theatersaison. Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner bedankte sich bei allen für die geleistete Arbeit, aber auch für das „schöne Miteinander und die Toleranz“ unter den Mitarbeitern, die aus mehr als 20 Nationen kommen.  Dass die Sanierung des Theaters wie geplant in der neuen Spielzeit durchgeführt werden könne, liege auch an der großen Sympathie aller Verantwortlichen aus der Politik für das Theater.  „Wir setzen alles daran, dass wir auch in der neuen Spielzeit hervorragend zusammenarbeiten werden“, erklärte auch Ingrid Schrader im Namen der Hofer Symphoniker und der Theaterfreunde.

Intendant Reinhardt Friese, der seinen Intendanten-Vertrag mit der Stadt Hof um weitere drei Jahre bis 2024 verlängert hat, ging in seiner Rede vor der Belegschaft auf die Beweggründe für die Verlängerung ein.  „Ich habe in Hof noch viel vor, ich will Impulse setzen.“ Dazu gehöre unter anderem auch, die Aktivitäten im Jungen Theater zu stärken. Das Theater werde den Weg der letzten Jahre weiter beschreiten und Ur- und Erstaufführungen sowie reizvolle Wiederentdeckungen nach Hof holen. „Der Ruf der Stadt Hof wird bundesweit durch den positiven Ruf der Kulturlandschaft und ganz wesentlich dabei durch den Ruf des Theaters mitgeprägt“, so Reinhardt Friese. .Er erinnerte an die Inszenierung von „Traumspiel“, mit der das Theater Hof  bundesweit in den Fokus rückte, da es zusammen mit der Deutschen Oper Berlin als einziges Haus Werke von Aribert Reimann ins Programm genommen hat.

Im Bereich Musicals gelte das Theater als „die feine unter den kleinen Adressen“, aus diesem Grund sei es auch gelungen, einen Weltstar wie Uwe Kröger als Regisseur an das Theater Hof holen.  Dass Großes an einem kleinen Theater entstehen könne, zeige auch die hier neu entwickelte Produktion „Der Ring“ von Frank Nimsgern. Die vom Festspielhaus Füssen übernommene und nochmal weiterentwickelte Fassung wurde  nun als bestes Revival für den Deutschen Musical-Preis nominiert. „Ein weiterer Beleg dafür, dass wir den richtigen Riecher haben, um die Trüffel zu finden“, freut sich Friese.

Das Theater scheue die sperrigen, herausfordernden Stücke nicht, was dem Publikum in München angeboten werde, könne auch in Hof gezeigt werden. „Ja, wir bringen aus voller Überzeugung Unterhaltung, Komödiantisches, Entspannendes. Aber das Fordernde, Provokante gehört auch auf die Theaterbühne“, betont der Intendant. „Wir schenken dem Publikum mit derselben Überzeugung „Stallerhof“, weil wir das Hofer Publikum ernst nehmen, ihm etwas zutrauen und ich sicher bin, dass es solche Werke sind, die neue Perspektiven eröffnen“, fügt er hinzu.

In der kommenden Spielzeit, die unter dem Motto „Vagabunden, Reisende und Heimatlose“ steht, wird auch die Tagespolitik einbezogen. Der Spielplan beschäftigt sich mit dem Fremdsein im eigenen Land, das viele Menschen offenbar empfinden (ein Blick auf die Wahlergebnisse gestern belegt das). In dem Stück „Vergewaltigung“ von Sadallah Wannus geht es um die Frage, wie das Verhältnis zu Israel und der jüdischen Religion in Zeiten lauter artikuliertem Antisemitismus bestellt ist. „Ich freue mich übrigens sehr - auch dies ein Beleg für den guten Ruf des Hauses - dass wir Sapir Heller dafür als Gastregisseurin begrüßen dürfen“, so der Intendant.  Am Theater Hof werde mit Kompetenz, Leidenschaft, Hingabe und Talent in allen Bereichen, ob Gewerke oder Künstlerische Abteilungen, gearbeitet. Das spüre das Publikum und auch die Gastkünstler. „Wir leisten Wesentliches als Beitrag zur Hofer Stadtgesellschaft, die wir durch unsere Aufführungen mitgestalten. Und das eben auch und gerade durch ambitionierte Werke, die Werte wie Toleranz, Respekt, Mitmenschlichkeit und Würde einfordern und spürbar machen“, so Reinhardt Friese.

Quelle: Theater Hof
Foto: H. Dietz

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