21. Dezember 2017 / Allgemeines

Jahresbilanz und Weihnachtsgrüße des Oberbürgermeisters

Jahresbilanz vom Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner

Jahresbilanz und Weihnachtsgrüße des Oberbürgermeisters

Liebe Hoferinnen und Hofer,
liebe Freunde unserer schönen Stadt,

das Jahr 2017 neigt sich dem Ende entgegen. Zeit, um die Geschehnisse der vergangenen Monate noch einmal Revue passieren zu lassen. Jeder sieht es: Es hat sich vieles bewegt in unserer Stadt, wir haben aber auch einiges meistern müssen. 2018 werden wir hoffentlich im Miteinander viele weitere Schritte in Richtung Zukunft gehen.

Private Investitionen auf Höchststand

Aktuell auf ganz hervorragendem Niveau befinden sich die laufenden und angekündigten Investitionen in unsere Stadt. Die Heimatzeitung titelte unlängst, Hof sei „die neue Spielwiese von Investoren“. Ein Stück weit ist das so. Natürlich führen die generelle Niedrigzinspolitik und der daraus resultierende Bauboom zu dieser Entwicklung. Wir stellen aber mit Freude fest, dass es in der jüngeren Vergangenheit keine Phase gab, in der ähnlich viel Geld in unsere Stadt floss: Man denke an die neue Hof Galerie für mindestens 35 Mio. EUR – sie wird nach dem vollendeten Abriss des leeren Zentralkaufgebäudes im Frühjahr ihren Baustart feiern. Man denke an große Investments in privaten Wohnraum wie an das neue Schloßplatzpalais oder an die angekündigte Sanierung in der Theaterstraße, man denke an ein 20 Mio. teures Autohaus an der Hohensaas, an viele Investitionen in den Bestand von Firmen, die glücklicherweise oft auch mit deutlichem Zuwachs an Arbeitsplätzen verbunden waren – so zum Beispiel im Automobilzulieferer- und Technologiepark in Haidt, wo mittlerweile fast 1000 Menschen arbeiten und der bald erweitert werden muss.

Denken Sie an die gerade entstehende „Klangmanufaktur“ der Hofer Symphoniker neben dem Theater, denken Sie an viele grund- und kernsanierte Privathäuser. Die Investitionen kommen dabei zum einen aus der Region, zum anderen aber auch aus dem internationalen Bereich. Luxemburg, Schweiz, Frankreich und vielen mehr. So attraktiv wie zurzeit war Hof für Investoren ganz lange nicht.

Situation im Einzelhandel

Natürlich hat sich fast weltweit das Einkaufsverhalten ins Internet verschoben. Die Situation des Einzelhandels in Deutschland ist ja fast überall vergleichbar: Sie macht klar, dass jeder große Wandel – hier der Wandel zur Digitalisierung – Spuren hinterlassen wird. Davon werden wir uns auch in Hof nicht abkoppeln können. Wir werden aber zusammen mit Einzelhandelsverband, Eigentümern und direkten Anliegern alles versuchen, um unsere Innenstadt weiter belebt zu erhalten. Die neuen Frequenzbringer VHS-Hof-Land und Rathausanbau sind dabei nur ein Mosaikstein in einer langen Liste von Maßnahmen, die gerade auf den Weg gebracht werden. Ich bin froh, dass sich viele Händler angesichts der Herausforderungen nun zusammengeschlossen haben, um gemeinsam an einer attraktiven Darstellung unserer Einkaufsstadt zu arbeiten. Als Stadt Hof unterstützen wir diese Bemühungen in vielfacher Hinsicht. So soll in den kommenden Jahren unter anderem ein selbstfahrender Zubringerbus die Ludwigstraße mit der neuen Hof Galerie verbinden. Ich sage aber auch ganz deutlich: Der Wegfall von stationären Geschäften ist eine globale Entwicklung, die bei weitem nicht auf unsere Stadt beschränkt ist. Viele andere Bereiche boomen, so auch unsere Freiheitshalle, die zu insgesamt 20% mehr an Übernachtungen in unserer Stadt geführt hat. Ich sehe deshalb auch die angekündigte Teilumwandlung des Kaufhofes in ein Hotel bei gleichzeitigem Erhalt eines Warenangebotes insgesamt als sehr positiv. Bei der Bettenkapazität fehlen uns mittlerweile Hotels für unsere oft sehr gut besuchten Hallenveranstaltungen. Insgesamt kann hier sicherlich eine gute Synergie entstehen und ein zu befürchtender Leerstand vermieden werden.

Städtische Finanzen konsolidieren sich

„Keine großen Sprünge, aber klare Konsolidierung“ lautet hier das Motto. Trotz massiver Investitionen in Schulen, Kitas, öffentliche Gebäude, Straßen, bis vor 5 Jahren in die neue Freiheitshalle, u.v.m. konnten zeitgleich die städtischen Schulden um rund 30 Mio. EUR gesenkt werden. Wir haben bald zum dritten Mal in Folge wieder einen durch die Aufsichtsbehörde genehmigten Haushalt und damit unsere kommunale Eigenständigkeit ein Stück weit zurückerlangt. Die Genehmigungsfähigkeit unserer Leistungsbilanz wird sich aller Voraussicht nach auch in den folgenden Jahren erhalten lassen. Geholfen haben hierbei Gewerbesteuereinnahmen auf sehr gutem Niveau, aber auch die Unterstützung des Freistaates Bayern, derer wir aufgrund unserer Sondersituationen in einigen Bereichen – man denke an den hohen Flüchtlingszuzug und die Grenznähe zu Höchstfördergebieten – weiter bedürfen. Wir sind aber heute bei einer Verschuldung angekommen, die unter 100 Mio. EUR liegt und damit auf einem Niveau von 1996. Ich denke, darauf können wir als Stadtverwaltung, kann aber auch der Hofer Stadtrat in Gänze stolz sein. Die Richtung ist eine sehr gute!

Große öffentliche Bauvorhaben

Massiv wird auch im öffentlichen Bereich investiert. Der Bau des großen Güterverkehrszentrums auf 100.000 qm, der sich aktuell bereits in der Umsetzung befindet, ist hier nur ein Beispiel. Über 25 Mio. EUR an öffentlicher Förderung fließen hier, um unserer logistischen Bedeutung auch in Zukunft gerecht zu werden und eine der maßgeblichen Hofer Kompetenzen weiter auszubauen. Ziel hier sind weitere Arbeitsplätze, gute Logistikverbindungen für die hiesige Wirtschaft sowie mittel- und langfristig weitere Wertschöpfung am Standort Hof.

Weitere prominente Beispiele sind sicherlich unsere Hochschulen, die beide großen Erfolg haben und auch baulich tätig werden. Zwei neue Studentenwohnheime wurden errichtet, ein neues Wasserinstitut ist zwar mit bedauerlichen Verzögerungen behaftet, geht aber nun in die ganz konkrete Planungsphase. Das neue Digitale Gründerzentrum steht in den Startlöchern und auch die Nachfrage gerade nach jungen Verwaltungsmitarbeitern, die an der Hochschule für Öffentliche Verwaltung ausgebildet werden, hat in Bayern einen Höchststand angenommen.

An den Hochschulen wird zukünftig unsere Zukunft als Stadt und Wirtschaftsstandort noch viel stärker mitgeprägt als dies bislang der Fall war. Mit dem Digitalen Gründerzentrum wird eine fruchtbare Umgebung für digitale Start-Ups  initiiert, wie wir sie bislang nicht bieten konnten. Ich bin mir – auch angesichts der handelnden Personen – sehr sicher, dass sich das Gründerzentrum „Einstein 1“ sehr positiv auf die Gründer- und Unternehmenskultur der Region auswirken wird. Denken Sie im Bereich der Hochschule aber auch an viele weitere innovative Projekte, zum Beispiel zur Mobilität.  Bei den öffentlichen Investitionen sei natürlich auch die neue Volkshochschule in der unteren Ludwigstraße genannt, die dort für 11 Mio. EUR entsteht. In unmittelbarer Nähe haben nach Startschwierigkeiten die Bauarbeiten zum neuen Eisteichareal begonnen. Dies wird ein Gelände, das eine große Attraktivität für Jung und Alt und nicht zuletzt auch für die vielen Studenten der Hochschulen mit sich bringen wird. Darauf können sich alle freuen.

Weitere Aufholjagd im Bereich der Straßen

 Angesichts vieler Baustellen weiß ich, dass wir zusammen mit dem Staatlichen Bauamt in Bayreuth bereits im zweiten Jahr in Folge den Autofahrern viel zugemutet haben: Die Fabrikzeile bis Ende 2016, heuer die Ernst-Reuter-Straße, die Jahnstraße, die Untere Steinerne Brücke oder die Ölsnitzbachbrücke, die Brücke über den Südring auf der B15 – eine Großbaustelle jagte die nächste. Dazu viele kleinere Sanierungen, wie die auf der Wunsiedler Straße, über die man nun als Autofahrer wieder sanft dahingleitet. Ich weiß, dass man sich als Autofahrer ab und zu ärgert, weil man mehr Zeit einplanen muss, weil der Parkplatz wegfällt, man im Stau steht oder weil eine Baustelle einmal länger dauert als angenommen: Ich bitte Sie aber, sich mit mir darüber zu freuen, dass so viel saniert wird und dass sich unsere Stadt – die lange einen Investitionsrückstau vor sich herschob – in dieser Geschwindigkeit nach vorne entwickelt! Wenn heute jemand sagt: „Hof ist die Stadt der Baustellen!“, dann muss ich entgegnen: „Wie lange haben wir uns genau das gewünscht!“

Ich könnte auch über boomende Feste schreiben. Oder darüber, dass wir mittlerweile seit 2011 mehr Zuzug als Wegzug haben. Oder darüber, dass die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze deutlich gestiegen ist. Doch will ich auch kurz auf die Dinge eingehen, die für uns schwierig sind und aktuell große Herausforderungen mit sich bringen…

Immenser Flüchtlingszuzug – jetzt ist Integration gefragt

Bei den Herausforderungen sticht ganz eindeutig der Flüchtlingszuzug hervor. Wir stehen bundesweit am zweiten Platz hinsichtlich der zugezogenen Flüchtlinge, gerechnet auf die Bevölkerung. Aktuell leben ca. 2000 Personen mit Flüchtlingshintergrund bei uns. Das liegt hauptsächlich daran, dass wir aufgrund des Strukturwandels einiges an Leerstand hatten. Einen weiteren Grund sehe ich darin, dass unsere Stadt vor der großen Flüchtlingswelle im Jahr 2015 bereits 116 Nationen beherbergte und es somit für fast jede Landsmannschaft vor Ort schon Ansprechpartner gab.

Um es deutlich zu sagen: Als Stadt Hof haben wir eine große Tradition in der Integration ausländischer Menschen und ich bin überzeugt, dass viele über kurz oder lang auch einen wertvollen Beitrag für die Stadt und die Wirtschaft leisten können. Bei vielen werden wir das tatsächlich schaffen! Allein die Aufgabe im Bereich des Arbeitsmarktes ist aber aufgrund der meist nicht vorhandenen Qualifizierungen immens hoch. Aus diesem Grunde habe ich in meiner Funktion als Oberbürgermeister alles unternommen, um beim Freistaat Bayern einen Stopp des Zuzugs von Flüchtlingen nach Hof zu erreichen. Schon um unsere erfolgreiche Entwicklung der letzten Jahre nicht durch übergroße Sozialkosten zu gefährden, muss man nun dafür sorgen, dass die Grenze der Belastbarkeit unserer Schulen, Kindergärten und anderer Einrichtungen nicht überschritten wird. Wir wollen eine faire und gerechte Verteilung der Flüchtlings- und Integrationsaufgaben in ganz Bayern. Unabhängig davon werden wir als Stadt natürlich auch personell weiter auf diese Herausforderung reagieren und den Bereich der Flüchtlingsarbeit nochmals deutlich verstärken.

Weihnachtsgrüße

Insgesamt denke ich, dass wir im Jahr 2017 auf außergewöhnlich viele positive Entwicklungen blicken können. Die Wirtschaft boomt, an Aufträgen mangelt es nicht und nicht zuletzt kommt der Erfolg aus den gut aufgestellten Hofer Unternehmen selbst. Die Stadt Hof hat hierzu ihren Beitrag geleistet und wird das auch in den kommenden Jahren sehr engagiert tun. Wenn wir Herausforderungen weiter aktiv angehen, dann sollte es uns gelingen, auch das kommende Jahr zu einem guten für uns und unsere Stadt werden zu lassen. Der Wandel, den Hof derzeit erlebt, ist in jedem Falle spannend und birgt viele Chancen.

Zuletzt ein ganz persönliches Wort: Ich war zuletzt aus gesundheitlichen Gründen einige Wochen außer Gefecht. Mir geht es mittlerweile aber wieder gut und ich möchte mich auf diesem Wege auch für die vielfach erhaltene Unterstützung in dieser Zeit bedanken. Im neuen Jahr gehe ich mit frischer Kraft ans Werk für unsere schöne Stadt Hof.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien eine besinnliche Weihnachtszeit und einen gesunden, erfolgreichen Start ins neue Jahr.

Ihr

Dr. Harald Fichtner
Oberbürgermeister

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