26. März 2026 / Allgemeines

Arbeitsvolumen erhöhen - Für Wirtschaftswachstum!

IHK verabschiedet Positionspapier

Bayreuth. Trotz der anhaltenden Strukturkrise der deutschen Wirtschaft suchen Unternehmen in Oberfranken weiterhin dringend nach Arbeits- und Fachkräften. Die demografische Entwicklung wird den Druck weiter verstärken. Aus Sicht der Wirtschaft sind ein hoher Krankenstand, steigende Kosten der Lohnfortzahlung und eine hohe Teilzeitquote zunehmend belastende Faktoren für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in der Region. In dem Papier „Arbeitsvolumen erhöhen – Für Wirtschaftswachstum!“ hat die Vollversammlung der IHK für Oberfranken Bayreuth in ihrer jüngsten Sitzung ihre Argumente zusammengefasst. Konkrete Forderungen an die Politik sind Weichenstellungen bei den Regelungen im Krankheitsfall und bei Teilzeitarbeit.

„Unsere Unternehmen bewegen sich in einem schwierigen Fahrwasser, insbesondere die Industriebetriebe. Die Deindustrialisierung Oberfrankens schreitet ungebremst voran. Seit 2019 hat Oberfranken über 15.000 Industriearbeitsplätze verloren, 3.764 allein von 2024 auf 2025. Das sind nicht nur nüchterne Fakten, das ist ein Alarmsignal“, so IHK-Präsident Dr. Michael Waasner. Ein großer Teil des Wettbewerbsproblems liege in den Arbeitskosten, aber auch in der hohen Krankheitsquote.

Deutschland belegt bei der Anzahl der Krankheitstage im internationalen Vergleich einen Spitzenplatz. Laut OECD-Daten hatte Deutschland im Jahr 2022 die meisten offiziell gemeldeten, bezahlten Krankheitstage (24,9 Tage pro Person). Die Kosten für Unternehmen für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall belaufen sich auf jährlich 76,7 Milliarden Euro. Die Krankheitstage von Mitgliedern der Betriebskrankenkassen hat sich von 2008 bis 2022 von 12,6 Tagen auf 22,6 Tage erhöht. Das ergibt eine Steigerung von 10 Tagen oder knapp 80 Prozent innerhalb von 14 Jahren. Hinzu kommt ein Anstieg an Teilzeitbeschäftigungen. Mit 40,1 Prozent erreichte die Teilzeitquote im dritten Quartal 2025 einen neuen Höchstwert.

„Die Wirtschaft steht aktuell vor großen Herausforderungen. Es droht der Verlust der internationalen Wettbewerbsfähigkeit durch hohe Kosten für die Unternehmen, insbesondere für Personal, Energie und Bürokratie. Zugleich sinkt das Beschäftigungsvolumen. Vor allem für kleinere und mittelständische Unternehmen wird diese Gemengelage zunehmend existenzgefährdend“, so IHK Präsident Dr. Michael Waasner, der Handlungsbedarf seitens des Gesetzgebers sieht. „Es braucht jetzt die Entschlossenheit, auch unpopuläre Entscheidungen zu treffen. Sonst wird unsere Wirtschaft dem ohnehin schon starken internationalen Wettbewerb nicht standhalten können.“

Weniger Fehlzeiten, mehr Vollzeitbeschäftigung

Konkret regt die IHK Maßnahmen an, die zu einer Senkung der Krankheitsquote und zu einer bürokratischen Entlastung bei der Übermittlung der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung führen. Außerdem fordert die IHK bessere Anreize für Vollzeitbeschäftigung, etwa durch den Ausbau der Kinderbetreuung, und sieht Reformbedarf beim Recht auf Teilzeitbeschäftigung.

„Natürlich ist die Möglichkeit einer Teilzeitbeschäftigung wichtig für die Wirtschaft, zumal viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus den unterschiedlichsten Gründen nicht in Vollzeit arbeiten können“, erläutert IHK-Hauptgeschäftsführer Wolfram Brehm. Allerdings seien bei den geltenden Regelungen zur Teilzeitarbeit die Belange der Arbeitgeber nicht ausreichend berücksichtigt. Brehm: „Wir brauchen mehr Gestaltungsfreiheit für Arbeitgeber und -nehmer. Wenn wir den Arbeitseinsatz effizienter gestalten wollen, muss Teilzeitarbeit für beide Seiten gleichermaßen passen. Das gelingt nur mit einem höheren Maß an Flexibilität.“

Foto: IHK für Oberfranken Bayreuth
Quelle: IHK für Oberfranken Bayreuth

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